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#varoufake, @janboehm, #4u9525 die Jauch’egrube des deutschen Bewegtbildboulevard

Diese Woche war der Absturz von #4u9525 das Thema, vergangene Woche der Finger des Finanzminister von Griechenland. »Damals» wie heute, auf ARD im Sonntagabendprogramm wie auf dem BILT-Titel der ganzen Woche wurde auf diffamierende, Journalismus unwürdige Weise gegen Personen gemacht, die aus dem Rahmen gefallen sind. Die geradezu Ekel erregende Hetze, die Land auf, Land ab, in Europas Süden oder jenseits der Ostgrenzen auf immer neue Ziele trifft hat mit dem was als Pressefreiheit im Grundgesetz verankert ist wenig zu tun. Darin ist, wir erinnern uns, festgehalten, das »(jeder das Recht hat) seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.« Wie man sieht, sieht man nichts. Jedenfalls steht da nichts von Kunstfreiheit bei der Berichterstattung. Theoretisch erwächst sogar BILT und Jauch aus dem Recht auf unzensierte Berichterstattung die Pflicht zur wahrheitsgetreuen. Denn wer sich »ungehindert« unterrichten soll, der muss sich darauf verlassen können, das Berichte Fakten sind. Andernfalls handelt es sich gewollt um Desinformation, Gesinnungsjournalismus, Unvermögen. Wer sein Weltbild vollendet hat, dem gefällt nichts was aus dessen Rahmen fällt.

Lackmustest in Dresden

War mal wieder zum Wutblogger mutiert.

2015. Pegida gibt es noch. Beinah ein halbes Jahr laufen ein paar politisch uninteressierte so genannte “besorgte Bürger” schweigend durch Dresden und Leipzig (und, wenn die “Lügenpresse” weiter von den paar Hand voll Parolen von/ an Stammtischen unter freiem Himmel verbreitenden mehr berichtet als von wesentlichen Ereignissen in unserer Gesellschaft auch in Frankfurt, Kassel, Darmstadt, und sonstwo im Westen).

Dabei ist bis heute mIt Ausnahme einiger Reden mit teils volksverhetzendem Charakter und einem durchsichtigen Thesenpapier nichts über den Beweggrund des sich vergangenen Montag in Dresden in einen Mob verwandelnden nunmehr als Gewaltmarsch geltenden Schweigemarsch bekannt.

Was Pegida eint ist die Zwietracht, die (das System und die Andersdenkenden) kontra “wir” (Professoren, Kriminelle, Rechtsextreme).

Und das wiederum eint sie mit Rechtskonservativen, Rechtsradikalen, Rechtsextremen beider Generation – Vor- wie Nachrkriegspegida: Ausgrenzung Andersdenkender, Angriffe Anderer. Es fehlt nur noch die Machtübernahme, etwa durch den sich selbst zur Karikatur Hitlers machenden Bachmann.

Nächsten Montag wird sich zeigen ob diese “Volksbewegung” auch noch Menschen anzieht, wenn ein kleiner militärisch agierender Arm Asylanten an einer Kirche attackiert. Der nächste Montag in Dresden wird ein Lackmustest für die Gesinnung dieser so genannten “besorgten Bürger”.

Mit O² in der Arena

tl;dr
Was der Verfasser der folgenden Zeilen zum Ausdruck bringen wollte: Hier gibt es seit einiger Zeit keine Kommentarfunktion mehr, da ihr selbst Blogs verfassen sollt. Also los!

Bei ix kann man im inzwischen den dritten Teil der Saga um einen DSL-Auftrag nachlesen. Das liest sich nicht schön, für den Betroffenen, aber umso lustiger, wenn man mal selbst nicht von deren Bürokratie betroffen ist. Tatsächlich habe und hätte ich schon so manche Beobachtung zu Blog bringen können, die den Unterhaltungswert so mancher Veranstaltung in der O² Arena Berlin sicher noch übertrifft. Aber wenn ich inzwischen eines gelernt habe in meinem Leben: Es hilft nichts, sich darüber zu ärgern, es hilft nur etwas sich darüber hinweg zu setzen oder in aller Ruhe aus zu sitzen. Natürlich, so ein Blog-Beitrag hat auch therapeutische Wirkung und ist allemal besser als den ganzen Ärger in sich hinein zu fressen. Wer keinen Sandsack hat oder Pazifist ist kann seiner Wut immerhin zu Papier bringen. Aber selbst dann hängt man dem Ärger ja noch nach. Manchmal, indem man zufällig darauf stößt, ein anderes Mal, indem die interne Verschlagwortung in Erinnerung ruft, das man zum Thema ja schon einmal was geschrieben hatte. Und auch einfach aus den Suchergebnissen, die Besucher der Suchmaschinen so mitbringen. Skurrile Dinge sind da oft darunter. Meist Mitleidende, Rat suchende Mitstreiter, mitunter Mitteilsam, und das bringt mich auf den Punkt: Mancher wird schon bemerkt haben, das es hier keine Kommentarfunktion gibt. Darauf habe ich mich mit mir selbst verständigt, einerseits weil ich mit meinen teils misslaunigen Kommentaren ja oft an mich selbst gerichtete Pamphlete verfasse, die dann aber doch immer noch mieser gelaunte Leute anlocken. Für die wollte ich kein weiteres Sprachrohr neben den Kommentaren in BILD und Focus bieten. Und dann war da noch folgender Gedanke: Blogs bilden ja auch immer noch eine Blogosphäre, einen Raum jenseits der klassischen Medien, ein Ort der Meinungsfreiheit, ein Platz an dem Meinung noch ungehemmt und nicht zugleich als Bericht verklausuliert die der Chefredakteure ist, freie und also ungezügelte Kommentarspalten, die nicht von Dritten reguliert werden. Und solche zu publizieren kann jeder, daher ja Graswurzeljournalismus. Und mit sozialen Medien kann auch jeder darauf reagieren. Und mit beidem kann man herrlich mit mir interagieren. Und daher in aller Kürze: Freue mich in Zukunft auch über Kommentare, aber dann bitte auch auf euren Blogs oder in eurer Twitter-Timeline. Mögen die Spiele beginnen, (auch) die (O²) Arena ist eröffnet.