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Das “Wir”, der kollektive Ehrgeiz

“Wir” sind wieder wer. Weltmeister ganz sicher, zumindest für vier Jahre. Waffenexportvizemeister, zur Zeit jedenfalls noch. ‘”Wir” sind Papst!’ obwohl die Mehrzahl der Menschen nicht katholisch ist.

Dieser kollektive Ehrgeiz ergreift die Deutschen, weil an ihm scheinbar nichts auszusetzen ist. Aber ist er vielleicht sogar dem verwandt was der Nationalsozialismus hervorgebracht hat? Grundsätzlich sei daran nichts auszusetzen beeilt sich die veröffentlichte Meinung dem “Partypatriotismus” die Unbedenklichkeit zu bescheinigen. Dabei beruft sie auch Dokumentationen in den Zeugenstand: Kein Tag dürfte vergehen , an dem nicht auf Spiegel DVD’s, N24 oder n-tv das düsterste Kapitell der deutschen Geschichte in seinen monochromen Vielfalt vorgeführt wird. Unterbrochen wird das meist nur von Militärdokus aus der Gegenwart, in der die ebenso prächtigen Supermächte ihre Waffenarsenale zur Schau stellen dürfen. Wenn ich einmal in die Verlegenheit komme den Sender oder dessen Programm zu sehen, sehe ich da seltener Nachrichten auf dem so titulierten Nachrichtensender als Musik bei M-TV. Wenn es bei derlei Dokutainment nicht zu allzu großer historischer Verklärung kommt, müssten die Sendungen ja auch daran erinnern das es die “Machtergreifung” eben keine plötzlich oder gar überfallartige war, sondern ein schleichender Prozess.

Das “wir” ist nicht entscheidend noch vergleichbar mit dem das Individuum eliminierendem “Volkskörper”, den das Nationalsozialistische System sich zu eigen gemacht hat.

Das “wir” ist noch nur eine leere Hülle. Das die wissen wie die zu füllen ist, die Ausdauer haben und das im richtigen Moment gelingend umzusetzen wissen macht mir Angst.

Mit zweierlei Maß gegen Europas Kuba

Heute früh wachte ich mit der Nachricht auf, unser Siggy hätte das teils bereits gelieferte “Gefechtssimulationssystem” für Russland gestoppt. Erstmal malte ich mir aus wie so ein “Gefechtssimulationssystem” aussehen muss, und stellte mir dabei eine Mischung aus Tron und Laser=Tag-Spielhallen vor. Kurzum: Da wird zwar für den Ernstfall geprobt und das auch mit allem nötigen militärischen Ernst. Dennoch handelt es sich nicht wirklich um einen ernsthaften Beitrag zur Lösung des Konflikts in der Ukraine. Selbst wenn dort, wie dargestellt, jährlich 30.000 Soldaten trainieren würden, würde der Effekt doch wohl nicht sofort zu beobachten sein. Noch absurder wird das Theater daher, da die USA sich trotz aller Bemühungen um möglichst scharfe Sanktionen dazu durchringen konnte, ihre eigenen Waffenlieferungen an den Russland überhaupt nicht einzustellen. Nun steht man also vor dem bizarren Bild, in Staaten wie das längst demilitarisierte Kuba nicht einmal medizinischen Bedarf exportieren zu dürfen, aber einen als “Kriegstreiber” verunglimpften Staatschef weiterhin mit Waffen zu versorgen, die er alsbald einsetzen könnte, wenn er denn so versessen darauf wäre die Ukraine unter seine Kontrolle zu bringen. Und da Sigmar erst kürzlich behauptete, deutsche Panzerlieferungen, die vertraglich von der Vorgängerregierung ausgehandelt wurden, heute nicht mehr stoppen zu können, habe ich ihm mal eine offene Frage gestellt

Liebär Sigmar, ich habe eine Frage zu einem aktuellen Thema, das leider noch nicht in deinem Facebook-Stream erschienen ist: Du hast die Lieferung eines Gefechtssimulationssystems an Russland gestoppt, obwohl der Deal auch von Schwarzgelb unter Dach und Fach gebracht wurde. Als es darum ging Panzerlieferungen der selben Regierung zu bremsen, sagtest du noch (sinng.): Die könne man jetzt nicht mehr stoppen. Und hast die Panzer im Anschluss durch gewunken. Ist das nicht zweierlei Maß?

Mal sehen wann er sich meldet. Jetzt ist ja erstmal Sommerinter.. äh, Sommerpause.

Nichts als die Wahrheit stirbt zuerst.

Die U.S.A. bleiben sich vor dem Sicherheitsrat der UN treu:

Wir können nicht ausschließen, dass russisches Personal beim Betrieb dieser Systeme geholfen hat.

Samantha Power, Botschafterin der U.S.A. bei den Vereinten Nationen, bei einer Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats in New York zum Abschuss von MH 017

Ist nicht gelogen. Es kann auch niemand ausschließen, das Gott existiert und sich in einer Blechhütte am Zuckerhut gerade einen Golden Schuss setzt.

Aber es erinnert schon sehr an die Sitzung de UN-Sicherheitsrates am 5. Februar 2003, als Colin Powell von Mobile Labors phantasierte als hätte er selbst uranwaffenfähiges Agent Orange aus dem Niger geschnüffelt, bevor er der versammelten UN die “Beweise” gegen den Irak und allem voran Saddam Hussein vorlegte. Ein Jahr später entschuldigte sich Powell. Das dies diesmal nicht passiert kann dagegen ausgeschlossen werden.