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Geschützt: Urnsel Reuel

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Wenn sich nichts ändert bleibts beim alten.

Heranwachsende kennen keine Welt ohne “Neuland” oder eine vor und hinter dem Eisernen Vorhang, so das Credo. Erwachsen sein, so könnte man meinen, hieße ohne güldenes oder champagnerfarbenes Smartphone aufgewachsen zu sein. Ein Leben im analogen Zeitalter wird heute ähnlich unbekömmlich dargestellt wie die Nachkriegsjahre anderer Generationen. Und natürlich ist Wikipedia spannender als der vergilbte Brockhaus, ist Warcraft mit Leuten aus aller Welt reizvoller als Mensch ärger dich nicht mit der Familie, ist ein Strg+Z leichter als ein Radiergummi. Aber ansonsten hat sich der Mensch an sich nicht gewandelt. Und vermocht es auch nicht. Wenn man die Geschichtsbücher oder den History Channel aufschlägt wird einem klar: Immerhin haben wir gerade erst zwei Weltkriege hinter uns und eine weitgehend demokratische Gesellschaft noch voraus. Was sich auf den Straßen von Dresden bis Paris zusammenrottet kennen wir alle, ganz egal welchen Alters. Es ist eine Koalition der Billigen: Es ist billig mit dem Finger auf andere zu zeigen und gleichzeitig alle Schuld von sich zu weisen. Es käme uns teuer zu stehen einem Reflex nachzugehen, Gleiches mit Gleichen zu vergelten, so wie es George Bush 2001-2003+ anschaulich vollführte. Der heutige Anschlag wie auch der in Norwegen vor einigen Jahren hingegen zeigen, das Besonnenheit und Wut einander nicht ausschließen oder gar als Zeichen der Schwäche zu werten wäre. Es zeigt wie viel erwachsener Europa gegenüber den USA sind. Die einen stecken ein, stehen zusammen und schlagen auch zurück, wo es sein muss. Die anderen schlagen zu, das kein Gras mehr wächst, das am Ende auch in einem Land fernab der “Koalition der Willligen” die Billigen ihre 15 Minuten Ruhm beanspruchen können. Heute aber, das eint Erwachsenen und Heranwachsende, egal ob Staaten oder Individuen, jedenfalls in der Betrachtung: in Nahost wurde auch heute wieder ein Vielfaches von dem in Paris gestorben, ohne das die Welt darauf schaut, und das geschieht dort seit Generationen.

Mr. Oppermann, oder: Wie er lernte die GdL zu hassen

Die GdL nervt ganz Deutschland1.

Das Streikrecht ist ein hohes Gut. Jeder hat Verständnis dafür, dass Lokführer angemessen bezahlt werden müssen.2

Aber die GdL missbraucht das Streikrecht für ihre Organisationsinteressen und die Macht der Funktionäre.3

Eine Minigewerkschaft lässt Deutschland vier Tage still stehen. Dieser Konflikt wird auf dem Rücken der arbeitenden Menschen ausgetragen.4

Damit das nicht wieder passieren kann, ist das Gesetz zur Tarifeinheit dringlicher denn je.

Q: SPD-Bundestagsfraktion via

Und so kam es dann auch. Die sozialdemokratische Fraktion nickte ab vollzog was die sich ehemals links verstehende Bundesarbeitsministerin Nahles ins Kabinett eingebracht hatte und ihr laut Koalitionsvertrag eingebracht wurde, den eine breite 3/4-Mehrheit der SPD-Mitglieder ein Jahr zuvor durch Mitgliederentscheid zugestimmt hatte. Die zweite große Koalition mit einem Juniorpartner SPD eliminierte eine der wenige Errungenschaften, die der freie Markt in dem Sektor hervorgebracht hatte. Jetzt kann das Staatsunternehmen Deutsche Bahn bald Tarifverträge diktieren als lebten wir in der Frühphase der Industrialisierung. Toll.

  1. Nein, nicht ganz Deutschland, nur diejenigen, die Massenmedien hörig sind oder deren Müll ohne zu hinterfragen als Meinung übernehmen. []
  2. Die Bahn hatte vor nicht allzu langer Zeit vor, Lokführern weniger als den nun vereinbarten Mindestlohn zu zahlen. Damals war die SPD in der letzten Großen Koalition in der Regierung, und Herr Oppermann nicht unwesentlich an der Macht beteiligt. []
  3. Geringschätzung von Gewerkschaftsfunktionären hat unsere Partei, die aus der Arbeiterbewegung hervorgegangen ist und von Akademikern an die Wand bzw. an die 23% von 70% Hürde gefahren wurde noch nie gut getan. Egal ob Massengewerkschaft oder Klientelpolitik: Gewerkschaften sollte man ihre Recht wahrnehmen machen lassen, und nicht alle Nase lang das zugrunde liegende Recht beschneiden. []
  4. Genau, und das sind die Lokomotivführer. Dabei ist es egal ob wir die Lohnforderungen, die Inflation ausgleichen, durch eine Gewerkschaft mit verhältnismäßig wenig Mitgliedern für übertrieben halten oder nicht. Das Streikrecht gilt, oder eben nicht. Das die Sigmar Gabriel, Andrea Nahles und Thomas Oppermann jetzt so tun, als würde sie es durchsetzen, indem sie es zersetzen, das ganze noch mit gemeinsamem Wording (Sprachregelung ist so out!) spricht für deren Verständnis der Sozialdemokratie Bände. []