Trident/4.0
Trident taufte Microsoft seine »Rendering-Engine«.
Trident war portabel: Software konnte auf die mit Windows ausgelieferte Komponenten zurückgreifen und fast ohne Aufwand Websites in eigenen Produkten darzustellen (Windows bspw. um seine Onlinehilfe anzuzeigen).
Trident war schnell: Während Netscapes vierte Generation vom Navigator gefühlte Ewigkeiten lud, navigierte man im Internet Explorer längst.
Trident war jedoch nicht standardkonform: Microsoft lies sich von der Entwicklung von internationalen Standards ebenso wenig beeindrucken, wie Netscape übrigens auch, von eigenen, offenkundigen Fehlern nicht beeindrucken.
Verschiedene browserspezifische HTML-Dialekte führten im besten Fall zu unvollständig geladenen Webseiten, oftmals aber zu einem ganz anderen Ergebnis als im jeweils anderen Browser. Diesem Zustand wurde kurzfristig Rechnung getragen, indem man auf der Website angab, auf welchen Browser hin die Website optimiert wurde. Sukzessiv lies die Marktdominanz des Internet Explorer die kleinen Hinweise verschwinden, manch einer dachte sich ab einem Marktanteil von wenigen Prozentpunkten nicht mehr um alle Besucher kümmern zu müssen.
Während der vergangenen Jahre allerdings änderte sich mit schwindenden Marktanteilen des Internet Explorer auch die Einstellung der Webdesigner. Professionalisierung hielt Einzug, wo Jahre zuvor noch Hobbyisten, Semiprofessionelle und Quereinsteiger Websites bastelten. Deren Einfluss und dem Interessen Dritter, durch zur Finanzierung des OpenSource-Projekts Firefox und den Markteintritt von Chrome, ist geschuldet, das sich Microsoft sogar vom erklärten Willen, den Internet Explorer künftig ausschließlich mit neuen Versionen von Windows zu vertreiben, verabschiedete und die Arbeit an Trident wieder aufnahm.
Heute, etwa zehn Jahre nach Ende des ersten Browserkrieg, begibt sich Microsoft mit der bevorstehenden Version 8.0 des Internet Explorer erneut in die Schlacht um Marktanteile – mit veränderten Vorzeichen. Trident bleibt weiterhin im Spiel, obgleich man inzwischen WebKit als Rendering-Engine lizenziert hat.
Bislang fand die Bezeichnung Trident übrigens allenfalls in der technischen Dokumentation oder bei Wikipedia Niederschlag. Nun wird auch der sog. User-Agent angepaßt, hiermit trägt man zur Unterscheidung des vom Benutzer aktivierten Darstellungsmodus bei.