Mülltrennung a lá DB
Derzeit fährt man mit Deutsche Bahn besonders umweltfreundlich. Viel Papier wird bedruckt, um dem grünen Anspruch gerecht zu werden. Generell schon mal ein eher fragwürdiges Vorgehen, vergleichbar mit Fassade füllender Leuchtreklame für deren energetische Sanierung, aber noch verschmerzbar.
Mein bester Freund meinte vor einer halben Ewigkeit zu mir, er traue der Mülltrennung im Zug nicht, so nahm er seine zum Altpapier gewordene Zeitung beim Aussteigen mit und warf sie schließlich in die Papiermülltonne auf dem Bahnstein.
Als ich neulich einem viel reisenden Bekannten begegnete, schilderte er mir seine Beobachtung der Mülltrennung bei der Bahn, meiner Erinnerung nach jedoch ohne auf den Darmstädter Hauptbahnhof speziell einzugehen. Erzählt hat er vom Leeren diverser Mülltonnen, und das deren separierter Inhalt vor seinen Augen in eine große Mülltonne entleert würden. Miserable Zustände und Augenwischerei ist man bei der Bahn ja gewohnt, aber das hätte mich dann doch wütend gemacht.
Derart sensibilisiert, habe ich in den vergangenen Tagen die Augen offen gehalten. Tatsächlich beobachtete ich in den folgenden Tagen und eben schon zum wieder, das die Müllwiedervereinigung hier wohl "modus operandi" ist. Da werden alle Tonnen fein säuberlich geöffnet, um in deren Untiefen nach dem Vorsortierten zu greifen und das dann über "Restmüll" wieder fallen zu lassen.
Wenn die Bahn ihre Kunden zur Mülltrennung anhält, und anders sind viergeteilte Müllcontainer mit entsprechender Beschriftung jeweils für Mülltonne Altpapier, Glasmüll, Verpackungen und letztlich Restmüll nicht zu verstehen, darf erwartet werden, das der so vorsortierte Müll auch der Verwertung zugeführt wird. Dem unbedarften Beobachter könnte angesichts diesen Anblicks eben dieser Gedanke kommen, und der hier käme die Bahn ihrem ökologischen Anspruch entgegen. Wenn die Bahn aber ihre Kunden zur Mülltrennung anhält um ihn dann vor deren Augen wieder in einer Tonne zu sammeln, ist die Schmerzgrenze erreicht.
Dass das auf den Mitarbeiter zurückzuführen ist, ist zu bezweifeln. Als ich wenig später "auf der Jagd" nach einer im Gleisfeld vor einem roten Signal wartenden Lokomotive entlang des Bahnsteigs des Fürstenbahnhof spazierte, machte ich neben dieser nicht alltäglichen Lokomotive eine weitere interessante Beobachtung. 20 Mülltonnenbatterien, so viele wie den Reisenden für ihren unterwegs anfallenden Müll auf den Bahnsteigen bereit stehen, stehen auf einem Haufen etwas abseits abgestellt am Ende von Bahnsteig 1, dem des Fürstenbahnhof.
Fazit
Ich spekuliere jetzt mal wild: Wenn nur ein Teil der zur Verfügung stehenden Mülltonnen zugänglich gemacht werden, weil sich dadurch der Zeitaufwand für deren Leerung reduzieren lässt, wahrscheinlich ist dann geschieht auch die Müllvereinigung auf Geheiß des “Bahnhofsmanagement”.
