„anti-modern“

Der grüne Oberbürgermeister Jochen Partsch hat am Wahlabend noch die ganze SPD als „anti-modern“ abgewatscht.

Offenbar sei es bei bestimmten Bevölkerungsschichten möglich, mit sehr einfachen Erklärungsmustern Wähler zu überzeugen. Der SPD als möglichem Koalitionspartner erteilte Partsch eine Abfuhr. Diese habe sich im Wahlkampf als „anti-moderne“ Partei dargestellt.

Im O-Ton im Interview erklärt Partsch unmissverständlich: »Die SPD, so viel kann ich sagen, wird es auf keinen Fall sein. Die SPD hat sich als eine anti-moderne Partei im Wahlkampf dargestellt, hat aus meiner Sicht die verdiente Quittung für einen Wahlkampf bekommen, der darauf gesetzt hat Ressantiments unter Verkehrsteilnehmern hervorzukehren und nicht auf eine gemeinsame Stadtentwicklung abzuzielen.« Und man kann ihm nicht widersprechen. Nicht als Genosse, nicht als Darmstädter, und schon gar nicht als Wähler, denn der hat die Quittung über einen Betrag von 15% am Wahlsonntag unterschrieben.

Es ist nur verständlich, das Partsch keine differenzierte Analyse vorgenommen hat, denn weite Teile der Darmstädter SPD hatten sich tatsächlich erhofft mit einem Wahlkampf für Autofahrer gegen Grüne und ihre Fahrradstraßen abzusetzen. Und die Fraktionsführung hat mit ihren beinah ins Persönliche abgleitenden Attacken ihr übriges getan, um seine Nerven zu reizen. Darmstadts Grüne haben die Ampelkoalition seinerzeit nicht wegen einer „anti-modernen“ SPD verlassen, sondern weil die übrigen Facetten der Darmstädter SPD, progressives Personal und Positionen im Gezänk unterging; Gezänk untereinander, das sie mit Mühe eingestellt hat, aber jetzt offenbar mit möglichen – oder eben nunmehr unmöglichen – Koalitionspartnern fortführt.

Das was in den letzten 5 Jahren lief, war keine Oppositionsarbeit. Das was die Fraktionsführung und Einzelne da ablieferten und auch auf den letzten Metern abgeliefert haben wirkte wie Schaum vor dem Maul und hat die Darmstädter nur abgeschreckt und an Darmstädter Verhältnisse erinnert.

Demgegenüber muss man daran erinnern: „Die SPD“ in Gänze ist nicht „anti-modern“. Von Führungspersonal, das sich seit Jahrzehnten und über Generationen betätigt, würde es allerdings schwer fallen das nicht behaupten. „Die SPD“ gibt es nicht, die SPD ist eine Volkspartei mit noch einer halben Millionen Mitglieder. Das nur eine Hand voll davon Gehör bekommen ist unser Problem, gerade in einer Zeit, in der sich auf sozialen Netzwerken jeder Gehör verschaffen könnte. Aber es ist ein Problem, das mit basisdemokratischen Mitteln gelöst werden kann. Ganz ohne weitere Wahlanalyse, einfach mit einer Wahl. SPD Darmstadt besser machen!

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