{"id":9893,"date":"2018-06-23T06:33:14","date_gmt":"2018-06-23T04:33:14","guid":{"rendered":"http:\/\/udo.springfeld.eu\/blog\/?p=9893"},"modified":"2019-06-26T19:57:48","modified_gmt":"2019-06-26T17:57:48","slug":"whats-up-whatsapp","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/udo.springfeld.eu\/blog\/2018\/06\/23\/whats-up-whatsapp\/","title":{"rendered":"What&#8217;s up, WhatsApp?"},"content":{"rendered":"<p>Man kann WhatsApp nicht vorwerfen, heimlich die wichtigste und bei vollumf\u00e4nglicher Nutzung fortan gemeinfreien G\u00fcter seiner Nutzer abzurufen: In den Teilnahmebedingungen steht beinah zuvorderst und in einfachen Worten, das man fortan alle seine sozialen Kontakte preisgibt &#8211; inklusive aller darin enthaltenen pers\u00f6nlichen Notizen \u00fcbrigens.&nbsp; Im O-Ton hei\u00dft es dort (Stand: Oktober 2017) <\/p>\n<blockquote><p> Adressbuch.<strong> <\/strong>Du&nbsp;stellst uns <b>regelm\u00e4\u00dfig<\/b> die Telefonnummern von <b>WhatsApp-Nutzern und<\/b> deinen sonstigen Kontakten in deinem <b>Mobiltelefon-Adressbuch<\/b> zur Verf\u00fcgung.   Du best\u00e4tigst, dass du <b>autorisiert<\/b> bist, uns solche Telefonnummern zur Verf\u00fcgung zu stellen, damit wir unsere Dienste anbieten k\u00f6nnen. (Hervorhebung von mir)<\/p><\/blockquote>\n<p> Erstmal: Nat\u00fcrlich bedarf es nicht der Zustimmung, alle WhatsApp-Kontakte zur Verf\u00fcgung zu stellen. Die sind ohnehin Eigentum des Anbieters. Die Verkn\u00fcpfung zu einer Aufz\u00e4hlung l\u00e4sst diejenigen mit der Aufmerksamkeitsspanne eines Subjekt, Objekt, Pr\u00e4dikat-Satzes aber schon abschalten. Das ist nicht \u00fcberheblich gemeint, dazu geh\u00f6re ich manchmal auch. Aber es ist ein subtiler Trick, dessen Wirkkraft man sich bei der Lekt\u00fcre eines Vertragsdokuments bewusst sein sollte. Zweitens: Das regelm\u00e4\u00dfige zur Verf\u00fcgung stellen des eigenen Adressbuches l\u00e4sst nur einen Schluss zu, und zwar das Facebook nicht am Sachstand, sondern der Biographie seiner Nutzer interessiert sind.   Es geht ihnen darum wer wen wann als Kontakt hinzugef\u00fcgt hat.   Die Portabilit\u00e4t der Daten, der man im Rahmen der Bedingungen zustimmt, l\u00e4sst ausserdem eine Verkn\u00fcpfung mit Daten von Drittanbietern zu. Wer also behauptet, das Facebook die Daten ohnehin habe, weil die (vorgeblich zur Konto-Sicherheit) einsammeln und so Namen, E-Mail und Telefonnummer verkn\u00fcpfen, sollte sich in Erinnerung rufen, das er Beides getrennt voneinander begreift und benutzt; unter der Oberfl\u00e4che aber nat\u00fcrlich wird alles zur Gewinnerzielung n\u00f6tige getan werden, um all das n\u00fctzlich zu verkn\u00fcpfen &#8211; n\u00fctzlich zum Unternehmenszweck. (Link: Am Rande) Drittens: Ob du autorisiert bist, die vertraulichen Informationen, die du in deinem Adressbuch hinterlegst, mit Dritten zu teilen, wei\u00dft du oft nicht einmal selbst. Hast du die Telefonnummer einer entfernten Bekannten ggf. nur \u00fcber Dritte erlangt? Interessiert mit dieser Allgemeinverf\u00fcgung nicht. Obwohl du Kontakte auch als &#8222;Privat&#8220; kennzeichnet. Dennoch erteilst du WhatsApp einen Persilschein, indem du best\u00e4tigst, das du es (&#8222;autosiert&#8220;) bist. Am Rande: Im zarten Alter von 13 kann man den Dienst nutzen, was amerikanischen Rechtsgrundlagen gen\u00fcgt.   Hier allerdings ist der gemeine 13j\u00e4hrige noch nicht gesch\u00e4ftsf\u00e4hig, der Vertrag somit nichtig. Das widerum interessiert nat\u00fcrlich dann keinen mehr, wenn derjenige 10, 20 oder 30 Jahre sp\u00e4ter bei regelm\u00e4\u00dfiger Nutzung abermals in neue Nutzungbedingungen einwilligt. Und derer kommen oft, oft zus\u00e4tzlich und mit wesentlich intransparenterem Kleingedruckten daher.&nbsp; Wenn man die grunds\u00e4tzliche Zustimung zur Verwertung der pers\u00f6nlichsten Daten abgegeben hat, geht WhatsApp direkt in die Zweitverwertung seiner Nutzer \u00fcber, indem es Zugriff auf Nutzer-generierte Inhalte verlangt. Wie bei Facebool geht dabei zwar nicht das unver\u00e4u\u00dferliche Urheberrecht verloren und man erteilt kein exklusives Verwertungsrecht. Aber sagen wir mal so: Ein Bild-Leserreporter stellt einmalig, selbstt\u00e4tig und gegen geringes Sal\u00e4r zur Verf\u00fcgung.&nbsp; Unter den Bedingungen, denen man beim Facebook-Konzern unterliegt w\u00fcrde ich eher von Enteignung sprechen. PS: Gemeinfrei zu Eingang \u00fcbrigens deswegen, da WhatsApp sich zwar viele Rechte erteilen l\u00e4sst, aber kaum Pflichten eingeht &#8211; und sich selbst derjenigen entledigt, die der gesunde Menschenverstand oder das Gewohnheitsrecht vorgibt: H\u00f6here Gewalt in Form Dritter, die sich der Daten von&nbsp; WhatsApp (fortan ja nicht mehr deine) bem\u00e4chtigen kann Facebook nicht ausschlie\u00dfen, und hierdurch entstehende Folgesch\u00e4den bzw. Rechtsanspr\u00fcche gg\u00fc.   Facebook und WhatsApp werden hiermit ausgeschlossen. Was soll da schon schiefgehen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man kann WhatsApp nicht vorwerfen, heimlich die wichtigste und bei vollumf\u00e4nglicher Nutzung fortan gemeinfreien G\u00fcter seiner Nutzer abzurufen: In den Teilnahmebedingungen steht beinah zuvorderst und in einfachen Worten, das man fortan alle seine sozialen Kontakte preisgibt &#8211; inklusive aller darin enthaltenen pers\u00f6nlichen Notizen \u00fcbrigens.&nbsp; Im O-Ton hei\u00dft es dort (Stand: Oktober 2017) Adressbuch. 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