{"id":8100,"date":"2014-09-16T15:55:48","date_gmt":"2014-09-16T13:55:48","guid":{"rendered":"http:\/\/udo.springfeld.eu\/blog\/?p=8100"},"modified":"2015-05-05T15:56:16","modified_gmt":"2015-05-05T13:56:16","slug":"1125-euro","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/udo.springfeld.eu\/blog\/2014\/09\/16\/1125-euro\/","title":{"rendered":"1125 Euro"},"content":{"rendered":"<p>Die Ebola-Epedemie in West-Afrika ist au\u00dfer Kontrolle. Nachdem die Weltgesundheitsorganisation lange Zeigt schlief um dann zuerst zu zaghaft und z\u00f6gernd einzugreifen, um dann mit Stra\u00dfensperren gegen diese Seuche vorzzugehen verstarben binnen weniger Wochen 2400 Menschen vor allem in Sierra Leone und Liberia. Mit dem Wissenschaftler des gr\u00f6\u00dften und angesehensten Instituts f\u00fcr Tropenkrankheiten&nbsp; zu schreiben. &raquo;Liberia ist verloren&laquo;<sup><a href=\"#footnote_0_833\" id=\"identifier_0_833\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Nat&uuml;rlich werden unsere beherzt bohren den Boulevardbl&auml;tter mit dem Dauerfeuer von Interviews auch f&uuml;r ein verwertbares Zitat gesorgt haben, indem sie einfachr lang genug fragten, dennoch sind die Wissenschaftler dort sicherlich mit derartigen Druck vertraut,&nbsp; geschult und als von der Bundesregierung beauftragt auch gar nicht befugt solche Horrorszenarien in die Welt zu setzen. Aber im Zweifel, das sagt die Erfahrung, erfinden die einfach etwas.\">1<\/a><\/sup> Nun hat sch das Land bilateral an an uns gewandt, mit einem pers\u00f6nlichen Brief an die Kanzlerin. Ein ungew\u00f6hnlicher Vorgang, aber au\u00dfergew\u00f6hnliche Zeiten erfordern mutige Schritte. \u00dcblicherweise unternimmt die Weltgesundheitsorganisation die Koordination im Kampf gegen solche Ausbr\u00fcche, aber wie schon angedeutet ist sie nicht sonderlich z\u00fcgig darin. Und Zeit ist f\u00fcr die Menschen vor Ort der kritische Faktor. Weil die Antwort ausblieb, wurde der Wortlaut nunmehr ver\u00f6ffentlicht:<\/p>\n<blockquote>\n<p>Ich \u00fcbermittle Ihnen Gr\u00fc\u00dfe vom liberianischen Volk und in meinem Namen. Lassen Sie mich zun\u00e4chst unsere Dankbarkeit f\u00fcr die Unterst\u00fctzung ausdr\u00fccken, die Sie uns in der Mano River Union im Kampf gegen diesen beispiellosen Ausbruch des Ebola-Virus gegeben haben. Das deutsche Volk ist \u00fcber die Jahre ein verl\u00e4sslicher Partner gewesen und wir sind aufrichtig dankbar.<br \/>\nLiebe Kanzlerin Merkel, wie Sie inzwischen wissen, hat der Ausbruch die von uns bislang versuchten Ma\u00dfnahmen der Eind\u00e4mmung und Behandlung \u00fcberw\u00e4ltigt. Unsere bereits begrenzten Ressourcen sind zum Zerrei\u00dfen gespannt und bis jetzt hat nur ein privates Hilfswerk, \u00c4rzte ohne Grenzen (MSF), in allen betroffenen L\u00e4ndern robust reagiert. Aber auch sie sind an ihre Grenzen gesto\u00dfen. Ohne mehr direkte Hilfe von Ihrer Regierung werden wir diese Schlacht gegen Ebola verlieren. Eine WHO-Untersuchung, durchgef\u00fchrt mit anderen Partnern und unserm eigenen Ministerium f\u00fcr Gesundheit und Wohlfahrt, projiziert tausende F\u00e4lle \u00fcber die n\u00e4chsten drei Wochen.<br \/>\nDer Virus breitet sich exponentiell aus und wir haben ein begrenztes Zeitfenster, um es aufzuhalten. Weit \u00fcber 40 Prozent der gesamten F\u00e4lle sind in den vergangenen 18 Tagen aufgetreten. Unsere Botschaft ist angekommen, und unsere B\u00fcrger melden sich oder bringen ihre Angeh\u00f6rigen. Aber unsere Behandlungszentren sind \u00fcberfordert. MSF leitet nun eine 160-Betten-Einrichtung, die weiter expandieren wird.<br \/>\nDies ist die gr\u00f6\u00dfte Ebola-Behandlungseinrichtung in der Geschichte der Seuche, und selbst sie ist unzureichend. Um die \u00dcbertragungskette zu brechen, m\u00fcssen wir die Kranken von ihren Familien und Gemeinschaft isolieren, aber das ist unm\u00f6glich, weil sie nirgendwo hingebracht werden k\u00f6nnen. Wir sind gezwungen worden, Kranke abzuweisen. Wir schicken sie nach Hause, wo sie ein Risiko f\u00fcr ihre Familien und Gemeinschaften darstellen. Ich bin ehrlich mit Ihnen wenn ich sage, dass in diesem Tempo wir die \u00dcbertragungskette nie brechen werden und der Virus uns \u00fcberw\u00e4ltigen wird. (Q: <a href=\" https:\/\/www.taz.de\/Ebola-Tagebuch--Folge-5\/!146019\/\">taz<\/a>)\n<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Das Schreiben ist datiert auf den 9. September. Bei Bekanntwerden gestern war das Schreiben bereits eine Woche im Posteingang der Kanzlerin. Einer (sic!) der Pressesprecher musste nun gestern einr\u00e4umen, das dieser Hilferuf bekannt sei. Und man &#8220;in wenigen Tagen antworten werde&#8221;. Und man bereits 2,7 Millionen Euro bereitgestellt habe.<\/p>\n<p>Das er erst notgedrungen reagiert, nachdem Merkel ertappt wurde, ist schon eine Frechheit. Das bei den vielen Toten t\u00e4glich noch um einige Tage Geduld gebeten wird ist zynisch. Und deshalb, eine ebenso zynische wie menschenverachtende Kalkulation auf Basis des reinen Zahlwerts, mit die Bundeskanzlerin den Pressesprecher der Bundesregierung die Hauptstadt Presse abwimmeln lies: <strong>Merkel glaubt Deutschland mit 1125 Euro pro Kopf aus der Pflicht nehmen zu k\u00f6nnen. Das sind jene 2.700.000 Euro, die sich die Bundesregierung ohnehin verpflichtete zu helfen, dividiert durch die bisherige Zahl der Opfer. Merkel, das ist sogar f\u00fcr ihre Verh\u00e4ltnisse geschmacklos!<\/strong><\/p>\n<p>Die Tropeninstitute sitzen hier. Die Pharmakonzerne sitzen hier. Deutschland beutet insbesondere die westafrikanischen L\u00e4nder seit einem Jahrhundert aus.<sup><a href=\"#footnote_1_833\" id=\"identifier_1_833\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Stichwort Anfang des ersten Weltkrieg Jahr sich dies Jahr zum 100. Mal.\">2<\/a><\/sup><\/p>\n<p>Der Ukraine werden <strong>sofort<\/strong> Milliarden insbesondere f\u00fcr R\u00fcstungshilfe und Mauerbau zur Verf\u00fcgung gestellt. Liberia muss, Stand heute, <strong>sieben Tage warten<\/strong> um einen Notruf beantwortet und 1125 Euro pro Todesopfer angewiesen zu bekommen?<\/p>\n<p>Liebe Frau Merkel, sie sind eine humanit\u00e4re Katastrophe.<\/p>\n<p><ins>Update (30. September): Nur zwei Wochen sp\u00e4ter <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2014-09\/ebola-merkel-westafrika-bundeswehr\" onclick=\"_gaq.push(['_trackEvent', 'outbound-article', 'http:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2014-09\/ebola-merkel-westafrika-bundeswehr', 'mahnt Merkel schnelle Hilfe an']);\" >mahnt Merkel schnelle Hilfe an<\/a>. Das zeigt: Egal was die Kanzlerin macht, die Presse macht eine positive Schlagzeile daraus. They put egal in Angela.<\/ins><\/p>\n<ol class=\"footnotes\">\n<li id=\"footnote_0_833\" class=\"footnote\">Nat\u00fcrlich werden unsere beherzt bohren den Boulevardbl\u00e4tter mit dem Dauerfeuer von Interviews auch f\u00fcr ein verwertbares Zitat gesorgt haben, indem sie einfachr lang genug fragten, dennoch sind die Wissenschaftler dort sicherlich mit derartigen Druck vertraut,&nbsp; geschult und als von der Bundesregierung beauftragt auch gar nicht befugt solche Horrorszenarien in die Welt zu setzen. Aber im Zweifel, das sagt die Erfahrung, erfinden die einfach etwas. [<a href=\"#identifier_0_833\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/li>\n<li id=\"footnote_1_833\" class=\"footnote\">Stichwort Anfang des ersten Weltkrieg Jahr sich dies Jahr zum 100. Mal. [<a href=\"#identifier_1_833\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Ebola-Epedemie in West-Afrika ist au\u00dfer Kontrolle. Nachdem die Weltgesundheitsorganisation lange Zeigt schlief um dann zuerst zu zaghaft und z\u00f6gernd einzugreifen, um dann mit Stra\u00dfensperren gegen diese Seuche vorzzugehen verstarben binnen weniger Wochen 2400 Menschen vor allem in Sierra Leone und Liberia. Mit dem Wissenschaftler des gr\u00f6\u00dften und angesehensten Instituts f\u00fcr Tropenkrankheiten&nbsp; zu schreiben. &raquo;Liberia [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[205],"tags":[],"class_list":["post-8100","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kommentare"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/udo.springfeld.eu\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8100","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/udo.springfeld.eu\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/udo.springfeld.eu\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/udo.springfeld.eu\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/udo.springfeld.eu\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8100"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/udo.springfeld.eu\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8100\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8101,"href":"https:\/\/udo.springfeld.eu\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8100\/revisions\/8101"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/udo.springfeld.eu\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8100"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/udo.springfeld.eu\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8100"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/udo.springfeld.eu\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8100"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}