{"id":8028,"date":"2014-05-12T16:41:47","date_gmt":"2014-05-12T14:41:47","guid":{"rendered":"http:\/\/udo.springfeld.eu\/blog\/?p=8028"},"modified":"2015-04-27T23:11:56","modified_gmt":"2015-04-27T21:11:56","slug":"das-fracking-moratorium","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/udo.springfeld.eu\/blog\/2014\/05\/12\/das-fracking-moratorium\/","title":{"rendered":"Das Fracking-Moratorium"},"content":{"rendered":"<p>Schwarzgelb hatte Fracking letzten Sommer kurz vor der Wahl eine Absage erteilt: <a href=\"https:\/\/www.campact.de\/fracking\/\">Am 4. Juni beschloss die Fraktionssitzung von CDU\/CSU das vorl\u00e4ufige Ende der Risikotechnologie<\/a>. Merkel und ihre Union schloss damit auf zu Peer Steinbr\u00fcck und der SPD, deren Regierungsprogramm sich seinerzeit wie folgt las:<\/p>\n<blockquote>\n<p>Es fehlen noch viele und grundlegende Informationen, um die Auswirkungen und Risiken der Fracking-Technologie zu beurteilen. Wir setzen uns f\u00fcr einen Verzicht des Einsatzes von Fracking ein, bis alle Risiken f\u00fcr Gesundheit und Umwelt bewertet und ausgeschlossen wurden. Dieses Moratorium soll so lange gelten, bis Fracking-Metho- den ohne den Einsatz giftiger Chemikalien, die zu einer sch\u00e4dlichen Ver\u00e4nderung des Grund- und Trinkwassers f\u00fchren, zur Verf\u00fcgung stehen.<br \/>Quelle: Formulierung im Regierungsprogramm der SPD zur Bundestagswahl 2013, S. 42<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Und wie bei der &#8220;Merkelsteuer&#8221; bahnt sich nun in der Gro\u00dfen Koalition eine Gleichung der Form 2+0=3 an: Weder soll ganz darauf verzichtet werden &#8211; wie von der Union populistisch in der hei\u00dfen Wahlkampfphase eingeleitet, noch werden Forschungsergebnisse abgewartet, wie dem hohen zweistelligen Prozentsatz der Deutschen versprochen, die das experimentelle Fracking ablehnen. Nun will die neue Bundesregierung  <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/moegliche-risiken-von-fracking-bohren-um-jeden-preis-1.1958468\">Fracking erlauben &#8211; trotz neuer Risikostudie<\/a>. Das die Folgen f\u00fcr die Umwelt durch die in das Grundwasser injizierten Chemikalien noch nicht absch\u00e4tzbar sind, vor allem die langfristigen Auswirkung und die bei massenhaftem Einsatz, dessen ist man sich sicher.<\/p>\n<p>Das man ohne Gas aus Russland mit einer Energiekrise zu rechnen habe, die mit jener von den OPEC-Staaten verursachten gleich kommt, muss die Motivation sein \u00fcber das Risiko f\u00fcr die Umwelt so wie damals f\u00fcr den Weltfrieden hinweg zu sehen. Seither demokratisieren die USA in sch\u00f6ner Regelm\u00e4\u00dfigkeit Erd\u00f6l-f\u00f6rdernde L\u00e4nder und beuten ihre eigene Natur bis zur Unkenntlichkeit aus. Obama scheint genug Druckmittel aus den Telefonaten von Merkel in der Hand zu haben, um ihr den Wirtschaftskrieg mit dem europ\u00e4ischen Nachbarn aufzuzw\u00e4ngen. Obama scheint die Zerst\u00f6rung von Alaska, der K\u00fcstenlinien der USA und die t\u00f6dliche Gewaltspirale der &#8220;Allianz der Willigen&#8221; gegen die islamische Religion und die arabischen Halbinsel noch nicht zu gen\u00fcgen. Stattdessen zwingt er Europa in einen Konflikt den weder Putin und Russland noch Obama und dessen hiesige westlichen Satellitenstaaten gewinnen k\u00f6nnen. Damit man mit einem Boykott Russlands auch ohne dessen Zulieferung von Gas zurecht kommt, so scheint sich hingegen die Bundesregierung sicher, will man nicht nur Fracking massenhaft zum Einsatz bringen. Das Repertoire nicht zu Ende gedachter, rumweltzerst\u00f6rerischer Technologie ist gro\u00df, und die Energieunternehmen verabschieden sich zur Zeit p\u00fcnktlich von Altlasten wie Atomkraftwerken, f\u00fcr die aus Russland ebenso kein Uran mehr geliefert w\u00fcrde, und wenden sich zuvorderst mit ihren Werbeagenturen und Wissenschaftlern neuen Themen zu die sich vermarkten lassen und Milliarden \u00f6ffentlicher F\u00f6rder- und Forschungsgelder versprechend, bis sie industriell ausgebeutet und schlie\u00dflich auch wieder als Altlast an den Staat abgesto\u00dfen werden k\u00f6nnen. Der nun in aller Munde befindliche &#8220;neue Kalte Krieg&#8221; hat l\u00e4ngst begonnen, und es ist zum Gro\u00dfteil ein Wirtschaftskrieg. Er kommt in Form eines neuen Pakts daher, dieses Mal aus dem Westen. Der Washingtoner Pakt mit der EU verspricht ja nicht nur Chlorh\u00fchner und Genmais. TTIP verspricht eine Abgrenzung der beiden dahin vegetierenden M\u00e4rkte Europa und USA zu einem nach Osten abgegrenzten Wirtschaftsraum, der sich gegenseitig bevorteilt. Hiermit will man aber nicht nur Russland und China ausgrenzen, den USA geht es auch darum den florierenden Handel mit S\u00fcdamerika zu regulieren, und die Zukunftsm\u00e4rkte dort unter seine Kontrolle zu bekommen.<\/p>\n<p>Also <strong>kein vorl\u00e4ufiges oder gar endg\u00fcltiges Ende von Fracking<\/strong>, <strong>keine weiteren Untersuchungen abwarten<\/strong>, <strong>keine Bedenkentr\u00e4ger zulassen<\/strong>, sondern: Fracking vorbehaltlos erlauben. Das eine mit nahezu 80% gew\u00e4hlte Bundesregierung 80% der Bev\u00f6lkerung derart ignoriert ist ein Novum. Es ist die &#8220;Legal, illegal, schei\u00dfegal.&#8221; Einstellung die ihr von den 30 Prozent der Wahlberechtigten (vulgo: Nichtw\u00e4hler) unterstellt wird und die Politikverdrossenheit zus\u00e4tzlich anfacht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schwarzgelb hatte Fracking letzten Sommer kurz vor der Wahl eine Absage erteilt: Am 4. Juni beschloss die Fraktionssitzung von CDU\/CSU das vorl\u00e4ufige Ende der Risikotechnologie. 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