{"id":6495,"date":"2013-03-08T09:56:57","date_gmt":"2013-03-08T07:56:57","guid":{"rendered":"http:\/\/udo.springfeld.eu\/blog\/?p=6495"},"modified":"2013-03-08T09:56:57","modified_gmt":"2013-03-08T07:56:57","slug":"arm-aber-autor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/udo.springfeld.eu\/blog\/2013\/03\/08\/arm-aber-autor\/","title":{"rendered":"&#8222;Arm aber Autor&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>In mitten der Debatte \u00fcber die Auswirkung des inzwischen verabschiedeten Leistungsschutzrecht und dem verzerrten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung twitter Julia Seeliger &#8222;Arm aber Autor&#8220;, <a href=\"http:\/\/seeliger.cc\/2013\/arm-aber-autor\/\">bloggt dazu<\/a> und gibt zur prek\u00e4ren Situation freier Journalisten <a href=\"http:\/\/www.wuv.de\/medien\/prekaer_im_social_web_die_angst_schreibt_jeden_monat_mit\">ein Interview auf wuv.de<\/a>, dem Organ (an der Schnittstelle) der Verlags- und Werbeindustrie. Eine \u00dcberlieferung daraus, f\u00fcr die man nach Inkrafttreten des Leistungsschutzrecht als Blogger auch horrende Summen abdr\u00fccken darf:<\/p>\n<blockquote><p>Ein Kollege sagte mir mal, dass die Zeitungen seit Jahren die Honorare dr\u00fccken, mit der Begr\u00fcndung, im Internet g\u00e4be es zu wenige Einnahmen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Ich behaupte, und w\u00fcrde jede Wette eingehen: An der Situation wird sich auch in Zukunft nichts \u00e4ndern. Im Gegenteil: Verlage werden jetzt hohe Erl\u00f6skosten ins Feld f\u00fchren, die ihre Justiziare im B2B<sup><a href=\"#footnote_0_6495\" id=\"identifier_0_6495\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Business 2 Blogger\">1<\/a><\/sup>-Bereich versenken m\u00fcssen um an ein paar Kr\u00f6ten zu kommen, bis die Leute von\/auf Google, Facebook, Twitter und Blogger die Kr\u00f6te schlucken, entnervt aufgeben aus der Presse zu zitieren und also Links zu setzen.<\/a><\/p>\n<p>Google News, Facebook und Twitter werden mit Inkrafttreten dieses oder einer der folgenden Leistungsschutzrechte f\u00fcr die Presseverlage aufgrund der unsicheren Rechtssituation zu verhindern wissen das von ihnen auf BILT &#038; Co. verlinkt wird. Da die meisten Websites der Verlage einen Gutteil ihrer Besuche aus Aggregationen erhalten, werden die Besucherzahlen einbrechn. Wo die Besucherzahlen einbrechen, werden die Verkaufszahlen einbrechen. Financial Times Deutschland und Frankfurter Rundschau werden in der ersten Phase Wochenmagazine wie der Focus und \u00fcberfl\u00fcssige Manteltitel aus der Tagespresse folgen. In den Flugzeugen und im Zug wird eine noch breitere Auswahl kostenloser Bordexemplare die Runde machen, bis sogar Schwarzfahrer eines abbekommen. Und kurz bevor auch in der Redaktion von BILT jemand den Schalter umlegt, weil niemand mehr Zeitungen liest geschweige den kauft, also dann wenn nur noch Layouter n\u00f6tig sind, auf Anzeigen und als redaktioneller Inhalt getarnte Schlagzeilen zu arrangieren, wird man sich fragen ob es noch n\u00f6tig ist, die Tradition dieser Institution der freien Presse noch im Entwurf f\u00fcr eine gesamteurop\u00e4ische Verfassung auf Basis der der verbliebenen Mitgliedsl\u00e4nder und unseres Grundgesetz festzuschreiben. Ich finde: Die Qualit\u00e4t der Medien ist schon heute auf dem Niveau angelangt, die einen besonderen Schutz nicht mehr rechtfertigen. Und das liegt zuvorderst daran das in den Verlagen Vorst\u00e4nde und Verleger, nicht aber die Redaktionen das Wort f\u00fchren &#8211; gleich in zweierlei Hinsicht.<\/p>\n<ol class=\"footnotes\"><li id=\"footnote_0_6495\" class=\"footnote\">Business 2 Blogger [<a href=\"#identifier_0_6495\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In mitten der Debatte \u00fcber die Auswirkung des inzwischen verabschiedeten Leistungsschutzrecht und dem verzerrten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung twitter Julia Seeliger &#8222;Arm aber Autor&#8220;, bloggt dazu und gibt zur prek\u00e4ren Situation freier Journalisten ein Interview auf wuv.de, dem Organ (an der Schnittstelle) der Verlags- und Werbeindustrie. 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