{"id":58,"date":"2008-06-27T14:19:04","date_gmt":"2008-06-27T14:19:04","guid":{"rendered":"http:\/\/udo.springfeld.eu\/blog\/?p=58"},"modified":"2015-12-01T17:36:47","modified_gmt":"2015-12-01T16:36:47","slug":"darmstadt-feiert-einzug-ins-finale-friedlich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/udo.springfeld.eu\/blog\/2008\/06\/27\/darmstadt-feiert-einzug-ins-finale-friedlich\/","title":{"rendered":"Darmstadt feiert Einzug ins Finale friedlich"},"content":{"rendered":"<p>Darmstadt war aus dem H\u00e4uschen: Deutschland stand pl\u00f6tzlich im Finale. Nachdem ich vom Spiel h\u00f6chstens ein paar Augenblicke mitbekommen habe, begab ich mich f\u00fcr ein paar Schnappsch\u00fcsse in die feiernde Menge. Am Luisenplatz, an der Kreuzung Rhein-\/Neckarstra\u00dfe und nat\u00fcrlich auch im Citytunnel waren mehrere tausend Menschen unterwegs und feierten den Einzug ins Finale.<\/p>\n<p>Ganz so reibungslos, wie in hiesiger Lokalpresse dargestellt, verlief es dann zumindest an der Rhein-\/Neckarstra\u00dfe nicht, was allerdings daran liegen mag, das sich die entsprechende Berichterstattung weitestgehend an der <a href=\"http:\/\/www.presseportal.de\/polizeipresse\/pm\/4969\/1217469\/polizeipraesidium_suedhessen\">Meldung<\/a> des Polizeipr\u00e4sidiums S\u00fcdhessen orientierte. Hierin nicht enthalten war kleiner Zwischenfall, der mir erst durch die entstandenen Bilder bewust geworden ist: Auf der Jagd nach einem Schnappschuss von an der <a href=\"http:\/\/flickr.com\/photos\/springfeld\/2615100083\/\">riesigen t\u00fcrkischen Fahne<\/a> vorbeifahrenden deutschen Fans hatte ich mich an den Rand der Kreuzung Rhein-\/Neckerstra\u00dfe begeben. Vier bis f\u00fcnf zum Teil etwas angegraute t\u00fcrkische Fans sahen dort ihrem Fahnen schwenkenden Freund \u00fcber die Schulter, bis der von einem offensichtlich angetrunkenen P\u00e4rchen ihr &#8218;Mitleid&#8216; angedient bekam. Obwohl ich nicht h\u00f6ren konnte, was die junge Frau dem \u00e4lteren Mann sagte, merkte man schon daran, das sie sich gezielt die wenige verbliebenen t\u00fcrkischen Fans herauspickte und ihrem Mitteilungsbed\u00fcrfnis nachkam, was sie eigentlich sagen wollte. Jedem, der h\u00f6flich genug war, sich von der Angetrunkenen vollquatschen zu lassen, bekam vermutlich ihr h\u00e4misches Mitleid aufs Ohr gedr\u00fcckt, und ein j\u00fcngerer Fan gleich noch ein K\u00fcsschen. Kaum war sie um die Ecke gebogen, was sie aufrund ihres Zustands noch am besten konnte, entz\u00fcndete sich zwischen den t\u00fcrkischen Fans eine hitzige Diskussion, w\u00e4hrend der der Tr\u00e4ger der Fahne diese einzurollen begann. Gestikulierend deutete er auf das Schwarz-Rot-Goldene Fahnenmeer, argumentierte lautstark und rollte trotz Kritik seiner Freunde weiter die Fahne zusammen, was aufgrund ihres Formats sicherlich noch einige Zeit gedauert h\u00e4tte. Doch die Freunde wollten sich die Feier nicht nehmen lassen, und \u00fcbernahmen die T\u00fcrkische Flagge kurzerhand. Jetzt wurde die Diskussion noch angeheizter, denn die kopfsch\u00fcttelnden Freunde wollte von der Fahne nicht ablassen.<\/p>\n<p>Was bei der Betrachtung <strong>durch die Pressemeldung unbeleuchtet<\/strong> blieb: Aus der f\u00fcr Stra\u00dfenbahn und Autos gebildeten Gasse schlug mitten in der Menge auf einmal ein Kofferraum auf, Bruchteile von Sekunden sp\u00e4ter fuhr der Wagen &#8211; immer noch angemessen schnell zwischen den ihn umgebenden Fans &#8211; los in die Rheinstra\u00dfe, wohin ihn die <a href=\"http:\/\/flickr.com\/photos\/springfeld\/2615097463\/\">vier Verkehrspolizisten<\/a> nicht ziehen lassen wollten. Ob sie es waren, die den Kofferraum ge\u00f6ffnet haben, oder jemand in der Menge sich daran vergangen hat, ging aus der Situation aus meiner Perspektive nicht hervor. Nur das beim Anfahren pl\u00f6tzlich jene vier Polizisten ungeahnte Energie entwickelten, dem Fahrer hinterher liefen und ihn schlie\u00dflich aus seinem Fahrzeug begleiteten. Jubelnd oder nicht, von diesen Vorfall angezogen bewegte sich ein kleiner Teil der Menge in Richtung des Fahrzeugs, seines Fahrers und der Polizisten. Was wiederum spontan weitere Polizisten anzog, die ihren Kollegen zur Hilfe eilten, die sich urpl\u00f6tzlich wiederum mit einer kleinen Gruppe Hooligans gegen\u00fcber sah.<\/p>\n<p<All das geschah in meinen Augen in Sekundenbruchteilen, und f\u00fchrt anschaulich und mir im wahrsten Sinne vor Augen, wie schnell eine solche Situation trotz besonnener Reaktionen beim \u00fcberwiegenden Publikum aufgrund Einzelner eskalieren kann. Jubelnde Fans einerseits, sich gr\u00f6\u00dftenteils separierende t\u00fcrkische Fans andererseits, lie\u00dfen sich von einzelne Chaoten nicht mitrei\u00dfen. Zugegeben, von den vielen &laquo;T\u00fcrkiye, T\u00fcrkiye!&raquo; Rufen war nach Ende des Spiels so wenig zu h\u00f6ren wie von den t\u00fcrkischen Fans zu sehen. Einzelne mischten sich aber \u00fcberall mit unters Volk und feierten mit. Und so wurde insgesamt ein sehr friedliches Fest aus dem Halbfinale beim Public Viewing.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/flickr.com\/photos\/springfeld\/sets\/72157605841651142\/\">Bilder der Feiern anl\u00e4sslich des Einzugs ins Finale<\/a><\/p>\n<p>Zu guter Letzt noch eine Randbemerkung, ich habe sie auch in der obigen Galerie mit einer Notiz versehen: Was sollten <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bild:Deutsches_Reich_Flaggen.jpg\">Reichskriegsflaggen und der Reichshandelsflagge<\/a> eigentlich beim Public Viewing bzw. auf dem Marsch durch den Citytunnel, oder habe ich mich verguckt?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Darmstadt war aus dem H\u00e4uschen: Deutschland stand pl\u00f6tzlich im Finale. Nachdem ich vom Spiel h\u00f6chstens ein paar Augenblicke mitbekommen habe, begab ich mich f\u00fcr ein paar Schnappsch\u00fcsse in die feiernde Menge. 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