{"id":49,"date":"2005-12-28T21:28:09","date_gmt":"2005-12-28T19:28:09","guid":{"rendered":"http:\/\/udo.springfeld.eu\/blog\/?p=49"},"modified":"2015-12-01T13:59:25","modified_gmt":"2015-12-01T12:59:25","slug":"jahresruckblick-2005-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/udo.springfeld.eu\/blog\/2005\/12\/28\/jahresruckblick-2005-2\/","title":{"rendered":"Jahresr\u00fcckblick 2005"},"content":{"rendered":"<p>Jedes Jahr zwischen den Jahren aufs neue das selbe Spiel: Die Medien dr\u00e4ngen einem ihre Retrospektive des ausklingenden Jahres auf. Ich halte dagegen und ver\u00f6ffentliche eine stark gek\u00fcrzte R\u00fcckschau auf die wichtigsten Momente im Leben der Menschheit in der in allgemeinen und meiner Person im Speziellen, aber eben erst im neuen Jahr.<\/p>\n<p>Der <strong>Januar<\/strong> begann mit einer silvesterlichen Stipvisite beim frisch gebackenen EU-Mitglied und Nachbarn Tschechien. Mit Blick auf den Stadtkern, vom Letn\u00e1 Park mit Metronom, konnte man das Feuerwerk wie die Stadt wirklich sehr gut erkennen, und f\u00fcrs Detail folgte dann noch ein Spaziergang durch den von Glasscherben \u00fcbers\u00e4hten Stadtkern mit anschliessender Taxifahrt ins <a href=\"http:\/\/www.pensionsavalon.cz\/de\/avalon_house_de.html\">Hotel Avalon<\/a> in die Nov\u00fd Svet oder neue Welt &#8211; unserer Unterkunft.<sup>Versprochen: Bilder aus Prag werden noch im Januar bei flickr ver\u00f6ffentlicht.<\/sup><\/p>\n<p>Aller Orten gewannen Empf\u00e4nger von Hartz IV im <strong>Februar<\/strong> gerade wieder die Fassung, da verk\u00fcnden Agentur f\u00fcr Arbeit pl\u00f6tzlich den f\u00fcnf Millionsten Arbeitslosen. Und der hat nicht etwa gewonnen, im Gegenteil. Von etwa 300 Euro im Monat werden seither auch die abgespeist, die unfreiwillig in die Arbeitslosigkeit gelang sind, weil sie angeblich zu alt zum Arbeiten seien, gerade in der Branche ganz  schlechte Luft sei oder man schlicht im Ausland billiger produzieren k\u00f6nnen. Und an all dem tragen nat\u00fcrlich die Politiker die Schuld.<\/p>\n<p>Alles viel zu traurig, raus aus dem Elend hei\u00dft da die Devise. Also packe ich Ende Februar wieder die Koffer und machen mich, wie schon zur Jahreswende, mit meiner damaligen Lebensabschnittsgef\u00e4hrten MiriamM auf den Weg weg von hier. Mit Icelandair von FRA nach KEF, oder f\u00fcr weniger Luftfahrbegeisterten: Von Frankfurt, Germany, nach Keflav\u00edk, Island (engl. iceland, sehr treffend). Wir umrunden die Insel entgegen dem Uhrzeigersinn, mit dem Bus und f\u00fcr einen ereignisreichen Tag auch mit einem kleinen VW Polo. Das erste Mal in diesem Jahr sehe ich kleiner Schisser mein Leben an diesem Tag mein Leben an mir vorbeiziehen, und auch unsere Beziehung soll die Woche nach unserer R\u00fcckkehr nicht \u00fcberleben. Zeitgem\u00e4\u00df wird im <strong>M\u00e4rz<\/strong> mit mir Schluss gemacht, immerhin das erste Mal <strong>nach<\/strong> einem Urlaub.<sup>Versprochen: Bilder werden analog zu den Reisemomenten im M\u00e4rz bei flickr ver\u00f6ffentlicht und hier mit einem Reisebericht begleitet.<\/sup><\/p>\n<p>Bei einem Hefeweizen im Caf\u00e9 Blu, Darmstadt, unterzeichne ich bei Kerzenschein meine Beitrittserkl\u00e4rung zur SPD. Die bleibt eine ganze Zeit beim Genossen KarstenB verschollen, taucht wieder auf und hievt mich noch im <strong>April<\/strong> in die Sozialdemokratische Partei Deutschlands. Franz M\u00fcntefering fand dann gerade noch Zeit mich an Bord zu begr\u00fc\u00dfen, um dann im <strong>Mai<\/strong> der Presse mitzuteilen, das man um eine neue Best\u00e4tigung durch den \u00bbSouver\u00e4n\u00ab ersucht. In Darmstadt wird daraufhin die <span style=\"text-decoration: line-through;\">damalige<\/span> amtierende Justizministerin <a href=\"http:\/\/www.brigittezypries.de\/\">Brigitte Zypries<\/a> zur Direktkandidatin f\u00fcr die SPD. Wo sonst entdornt man an einem Tag hunderte Rosen und erh\u00e4lt am n\u00e4chsten Tag zum Dank von der Ministerin pers\u00f6nlich die Hand und vom Personenschutz die F\u00fcsse gesch\u00fcttelt? Das ist doch gleich um einiges mehr Wert als eine <a href=\"http:\/\/www.bmj.de\/enid\/Ministerin\/Autogrammkarte_hp.html\">Autogrammkarte<\/a>, obwohl &#8230;<br \/>\nUnd weil ich gerade noch den April touchiere und es immer noch f\u00fcr einen gleichnamigen Scherz halte: Das Volk best\u00e4tigt Premier Blair auf der Insel im Amt.<\/p>\n<p>Meine H\u00f6hepunkte im <strong>Juni<\/strong>? Da weite ich doch lieber meinen Exkurs durch die globale Politik aus. Was passiert, wenn man einem Volk mit aller Gewalt Demokratie einzubleuen versucht, sieht man ja noch heute t\u00e4glich in den Nachrichten. Trotzdem brauchen all die amerikanischen Soldaten bald eine neue Besch\u00e4ftigung und da k\u00f6nnte es flugs vom &raque;gr\u00fcnen G\u00fcrtel\u00ab, der Welt gr\u00f6sster Bombeng\u00fcrtel, zum Nachbarn gehen. Die haben schliesslich, im Gegensatz zur dritten Achsenmacht (des B\u00f6sen) Nordkorea, viel \u00d6l und immerhin noch keine Atomwaffen. Ausserdem sind sie auf der Achse des B\u00f6sen als einzige \u00fcbrig. Der Iraner an sich wir 1 und 1 addiert haben, seither ist jedenfalls Mahmud Ahmadineschad Pr\u00e4sident. Und seine \u00c4usserungen ersch\u00fcttern die Welt.<\/p>\n<p>Nebenbei unterlag Argentinien Brasilien im Finale des Federations Cup in Deutschland,  und hierzulande konnte man sich als Kurzfristfan erproben, von denen es im neuen Jahr noch deutlich mehr zu sehen gibt.<\/p>\n<p>Ein Wechselbad der Gef\u00fchle erlebte die Welt im <strong>Juli<\/strong>, als kurz aufeinander folgend London zun\u00e4chst zum Gastgeber der Olympischen Sommerspiele 2012  gek\u00fcrt wird und nur einen Tag darauf mehrere Bombenanschl\u00e4ge die Stadt ersch\u00fcttern. Nun will man auf Nummer Sicher gehen, pr\u00e4ventiv <span style=\"text-decoration: line-through;\">exekutieren Sicherheitskr\u00e4fte<\/span> stellen Sicherheitskr\u00e4fte einen mutma\u00dflichen Terroristen, der Brasilianer wird von f\u00fcnf gezielten Sch\u00fcssen im Londoner Untergrund erfasst. Er war zu diesem Zeitpunkt mit einem Rucksack bewaffnet, und hatte einen dunklen Teint.<\/p>\n<p>Katharina ist das einzige Thema im <strong>August<\/strong>. Es sterben \u00fcber 1300 Menschen durch den Wirbelsturm. New Orleans wird unfreiwillig geflutet. Nach drei Tagen findet dann der Pr\u00e4sident die Zeit sich das Desaster aus der Airforce One heraus im Tiefflug anzuschauen.<\/p>\n<p>Etwas eiliger und nachhaltiger gab sich die deutsche Politprominenz beim Hochwasser in Bayern: Erst jede Menge H<sub>2<\/sub>O, dann eine Flut an Politiker und Medien und dann wollte Edmund in Gummistiefeln noch in letzter Minuten den Wahlkampf retten. Das haben selbst die Bayern nicht verdient.<\/p>\n<p>Nur etwas mehr als ein Viertel der W\u00e4hlerstimmen gestanden Meinungsforscher der SPD \u00fcber Monate hinweg zu, Medien- und Meinungsmacher lehnten sich zur\u00fcck und beobachteten Gerd bei dem aus ihren Augen aussichtslosen Unterfangen die selbst angezettelte Wahl zu gewinnen, das Ruder herumzurei\u00dfen. Die Republik staunte nicht schlecht als am 18. <strong>September<\/strong> 2005, 18 Uhr die ersten Prozente \u00fcber den Bildschirm huschten.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend sich die Verlierer, n\u00e4mlich Rot-Gr\u00fcn, zum Feiern hinrei\u00dfen lassen, den wahren, liberalen Gewinnern das Grinsen nicht mal mehr mit einer \u00fcberraschenden Steuernachzahlung aus dem Gesicht zu meisseln gewesen w\u00e4re praktizierte man bei den Christen von der sozialen und\/oder demokratischen Union die neue Ehrlichkeit und schaffte es damit wenige Stunden sp\u00e4ter noch in die Tagespresse. Das beste Zitat dieses Abends n\u00e4mlich stammt meiner Meinung nach nicht aus der Elefantenrunde, sondern von der Wahlparty. Die verstummte Schlag 18 Uhr und ein Reporter vernahm nur noch ein, aber ein ehrliches Wort: \u00bbSchei\u00dfe.\u00ab<\/p>\n<p>Im <strong>Oktober<\/strong> sterben bei einem schweren Erdbeben 87000 Menschen in Pakistan, teils erreicht Hilfe die Menschen in unzug\u00e4nglichen Regionen erst Wochen sp\u00e4ter oder bis heute nicht. Welche Auswirkungen das Beben auf die pakistanischen Atomwaffen hatte ist noch heute weitgehend unbelichtet.<br \/>\nFrankreich erlebt nie dagewesene Ausschreitungen.<\/p>\n<p>Erst f\u00e4llt der Schnee und dann die Leitungen. F\u00fcnf Tage im <strong>November<\/strong> lang m\u00fcssen zehntausende Menschen in Nordrhein-Westfalen ohne Strom auskommen, Ger\u00fcchten zufolge wurde hierdurch ein Babyboom im n\u00e4chsten Sommer begr\u00fcndet. Wer sich mangels Masse mit sich selbst besch\u00e4ftigen musste <sub>!<\/sub> z\u00fcndete ein, zwei Kerzen an und begann zu lesen. Hoffentlich sind meine Hilfslieferungen rechtzeitig angekommen.<\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang warnen die Energieversorger vor zu viel Eigeninitiative: Das Freiklopfen von Starkstromleitungen kann zu ungewollten Nebenwirkungen f\u00fchren und stellt zudem eine illegale Selbstbedienung dar.<br \/>\nPers\u00f6nlich gab es f\u00fcr mich unverhofft schon im November einen kleinen Jahresr\u00fcckblick: Da schob mich Tanja mit ihrem Kleinwagen freundlich aber bestimmt vom Radstreifen. Es ist erstaunlich wie viel Zeit scheinbar vergeht von dem Moment da man bemerkt das etwas nicht stimmt und beginnt darauf zu reagieren. <a href=\"http:\/\/weblog.springfeld.org\/2005\/11\/ich-lebe-noch-im-back-in-business.php\">Nunja, ich lebe noch.<\/a><\/p>\n<p>Was hei\u00dft eigentlich das Akronym CIA? Central Intelligence Agency. So zentralisiert scheint dieser amerikanische Auslandsgeheimdienst seit <strong>Dezember<\/strong> auch der breiten Welt\u00f6ffentlichkeit nicht mehr. Unterh\u00e4lt man doch weltweit Dependancen, nicht nur in Botschaften und Konsulaten. G\u00e4ste werden <span style=\"text-decoration: line-through;\">freundlicherweise<\/span> vor Ort abgeholt und am Zielort <span style=\"text-decoration: line-through;\">der Wahl<\/span>, bei freier Kost und Unterkunft, mit einem ausgekl\u00fcgelten Programm <span style=\"text-decoration: line-through;\">bei Laune<\/span> am Leben gehalten. Nichts ungew\u00f6hnliches, k\u00f6nnte man meinen. Das machen Geheimdienste doch seit jeher, ein bisschen Spass muss sein? Wir haben davon gewust? Wir d\u00fcrfen nicht zwischen erfolterten und freiwilligen Gest\u00e4ndnissen unterscheiden? Wir m\u00fcssen dem globalen Terrorismus global verfolgen? Wir vertrauen dem Bush-Regierung? Kneif mich! K\u00f6nnte es sein das unsere gew\u00e4hlten Oberh\u00e4upter gerade den Rechtsstaat entsorgen, fundamentale Menschenrechte entwerten und jeden Einzelnen der Willk\u00fcr ausliefern. Und das ist dann der globale Krieg gegen den Terror?<\/p>\n<p>So viel zu meinem, unserem und unser aller Jahr 2005.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jedes Jahr zwischen den Jahren aufs neue das selbe Spiel: Die Medien dr\u00e4ngen einem ihre Retrospektive des ausklingenden Jahres auf. Ich halte dagegen und ver\u00f6ffentliche eine stark gek\u00fcrzte R\u00fcckschau auf die wichtigsten Momente im Leben der Menschheit in der in allgemeinen und meiner Person im Speziellen, aber eben erst im neuen Jahr. 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