{"id":4859,"date":"2012-01-08T14:36:42","date_gmt":"2012-01-08T13:36:42","guid":{"rendered":"http:\/\/udo.springfeld.eu\/blog\/?p=4859"},"modified":"2012-01-08T14:36:42","modified_gmt":"2012-01-08T13:36:42","slug":"reisebericht-aus-jamaika","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/udo.springfeld.eu\/blog\/2012\/01\/08\/reisebericht-aus-jamaika\/","title":{"rendered":"Reisebericht aus Jamaika"},"content":{"rendered":"<p>Mit Fanfaren und Feuerwerk, Pauken und Trompeten hatte man beim &#8222;ehemaligen Nachrichtenmagazin&#8220; die erste Jamaika-Koalition begr\u00fcsst. Wie schon bei der ersten \u00f6ko-konservativen Schwarz-Gr\u00fcn Koalition hatten die Vorschusslorbeeren nur begrenzte Haltbarkeit. Der neue Politikstil, das Signal des Aufbruchs, von dem Der Spiegel immer wieder phantasierte, wollte sich nicht einstellen. Was im Stadtstaat und dem kleinsten Fl\u00e4chenland als Keimzelle mit Vorbildfunktion f\u00fcr Fl\u00e4chenl\u00e4nder angedacht war, scheiterte am Freitag kl\u00e4glich.<\/p>\n<p>Vorgeschoben wird die FDP, zur Zeit ohnehin selten mit guten Schlagzeilen pr\u00e4sent. Vor allem aber die &#8222;unkonventionellen&#8220; Gr\u00fcnen<sup><a href=\"#footnote_0_4859\" id=\"identifier_0_4859\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Saarland-Gr&uuml;ne l&auml;uten politischen Herbst ein, Saarland-Gr&uuml;ne Mehrstimmigkeit\">1<\/a><\/sup> d\u00fcrften ihr Scherflein zum Bruch beigetragen haben: Mit Macht ins Amt und nur um der Macht Willen umgehen klappt schlicht nicht. Die mit sich selbst besch\u00e4ftigte FDP hat zum Niedergang der ersten und f\u00fcr lange Zeit letzten Jamaika-Koalition nichts zu tun. Die Jahrzehnte lang regierende CDU hat langfristig ihre Felle davon schwimmen sehen und die Notbremse bedient. Und f\u00fcr die Gr\u00fcnen gilt <a href=\"http:\/\/udo.springfeld.eu\/blog\/2011\/06\/29\/gruner-wird-es-nicht\/\">Gr\u00fcner wird es nicht<\/a>. In der Opposition durften Die Linke und SPD zuschauen, wie das dem Saarland aufgeb\u00fcgelte ungleiche Trio CDU-FDP-Gr\u00fcne das Schlechteste aus dem Wahlergebnis heraus holten.<\/p>\n<p>Und damit das Drama ein Ende hat, macht Heiko Maas was jeder Oppositionspolitiker in und aus der Situation machen muss: Ein Gespr\u00e4chsangebot unterbreiten. Daraus wird dann f\u00fcr das &#8222;ehemalige Nachrichtenmagazin&#8220; <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,807646,00.html\">Die SPD schachert offenbar schon um m\u00f6gliche Posten.<\/a> &#8211; im Teaser wohlgemerkt.<\/p>\n<p>Mit dem prominent platzierten <i>schachern<\/i><sup><a href=\"#footnote_1_4859\" id=\"identifier_1_4859\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"&bdquo;in Abw&auml;gung gewinns&uuml;chtiger Interessen sowie dem kleinlichen, hartn&auml;ckigen Streben nach dem gr&ouml;&szlig;tm&ouml;glichen Vorteil, Preise beziehungsweise gesch&auml;ftliche Abmachungen unlauter vereinbaren&ldquo;; Wikitionary\">2<\/a><\/sup> outet sich das ehemalige Nachrichtenmagazin mal wieder &#8211; auch in Sachen Qualit\u00e4tsjournalismus und journalistischer Unabh\u00e4ngigkeit:<\/p>\n<p>Als es in dem Artikel endlich auf die SPD zu sprechen kommt, die ja nun am Dr\u00fccker ist und im ersten Satz genannt geh\u00f6rt, zumal bei so einem \u00fcberzogenen Abqualifizierung im Teaser, sind <strong>acht Abs\u00e4tze vor\u00fcber<\/strong>:<\/p>\n<p>&raquo;<i>Sie hat den Sozialdemokraten bereits Gespr\u00e4che f\u00fcr eine Koalition angeboten, das SPD-Pr\u00e4sidium sprach sich am fr\u00fchen Freitagabend f\u00fcr eine Aufnahme der Gespr\u00e4che aus. Fraktionschef Heiko Maas wolle f\u00fcr den Fall einer Gro\u00dfen Koalition ein Superministerium, berichtet der Saarl\u00e4ndische Rundfunk.<\/i>&laquo;<\/p>\n<p>Folglich bezeichnet Der Spiegel das ganz normale Vorgehen einer Partei, das Gespr\u00e4chsangebot an einen m\u00f6glichen Koalitionspartner zur Regierungsbildung n\u00e4mlich, als &#8222;schachern&#8220;.<\/p>\n<p>Wer normales politisches Handeln diskreditiert, indem er verzerrt darstellt, obwohl eine wahrheitsgem\u00e4\u00dfe Berichterstattung Ma\u00dfstab journalistischen Handels w\u00e4re &#8211; noch zumal offenkundig nur um der Leserschaft zu gefallen, und also aus niederem Beweggrund, muss sich fragen ob er Qualit\u00e4tsjournalismus betreibt oder Fragen gefallen lassen wie es um die Unabh\u00e4ngigkeit der Presse bestellt ist.<\/p>\n<ol class=\"footnotes\"><li id=\"footnote_0_4859\" class=\"footnote\"><a href=\"http:\/\/udo.springfeld.eu\/blog\/2009\/10\/28\/saarland-grne-luten-politischen-herbst-ein\/\">Saarland-Gr\u00fcne l\u00e4uten politischen Herbst ein<\/a>, <a href=\"http:\/\/udo.springfeld.eu\/blog\/2009\/11\/01\/saarland-grne-mehrstimmigkeit\/\">Saarland-Gr\u00fcne Mehrstimmigkeit<\/a> [<a href=\"#identifier_0_4859\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/li><li id=\"footnote_1_4859\" class=\"footnote\">&#8222;in Abw\u00e4gung gewinns\u00fcchtiger Interessen sowie dem kleinlichen, hartn\u00e4ckigen Streben nach dem gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Vorteil, Preise beziehungsweise gesch\u00e4ftliche Abmachungen unlauter vereinbaren&#8220;; <a href=\"http:\/\/de.wiktionary.org\/wiki\/schachern\">Wikitionary<\/a> [<a href=\"#identifier_1_4859\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit Fanfaren und Feuerwerk, Pauken und Trompeten hatte man beim &#8222;ehemaligen Nachrichtenmagazin&#8220; die erste Jamaika-Koalition begr\u00fcsst. 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