{"id":4857,"date":"2012-02-12T22:54:54","date_gmt":"2012-02-12T21:54:54","guid":{"rendered":"http:\/\/udo.springfeld.eu\/blog\/?p=4857"},"modified":"2012-02-12T22:54:54","modified_gmt":"2012-02-12T21:54:54","slug":"marketing-mit-wegen-oder-gegen-mehrwert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/udo.springfeld.eu\/blog\/2012\/02\/12\/marketing-mit-wegen-oder-gegen-mehrwert\/","title":{"rendered":"Marketing mit, wegen oder gegen Mehrwert"},"content":{"rendered":"<p>Nico Lumma schreibt \u00fcber <a href=\"http:\/\/lumma.de\/2011\/12\/30\/die-reise-eines-eingecheckten-koffers\/\">die Reise eines eingecheckten Koffers<\/a>, einen Koffer best\u00fcckt mit einem Haufen Kameras auf der Reise durch die Katakomben zweier Flugh\u00e4fen, \u00fcber Rollfelder und hinein in den Rumpf eines Flugzeuges. Mit dem Video wird eine Mehrwert angelegte Kampagne von Delta Airlines begleitet. Mit deren <b>App zur Verfolgung des eigenen Gep\u00e4ck auf der Reise von A nach B<\/b> soll man wohl prima die Zeit \u00fcberbr\u00fccken k\u00f6nnen, bis die eigenen Gep\u00e4ckst\u00fccke aufschlagen. Damit eine ganz witzige Idee, mit der sich manche Wartezeit \u00fcberbr\u00fccken l\u00e4sst. Damit f\u00fcllt Delta Airlines in Vertretung der Vielzahl von Airlines aber wieder nur eine neu geschafffene Nische, indem es ein neu geschaffenes Bed\u00fcrfnis befriedigt. Denn es beruhigt vielleicht, zu wissen das in der Zeit in der man ganz dringend auf die Flughafentoilette am Gep\u00e4ckband muss nicht das Zeitfenster ist indem jemand &#8211; beabsichtigt oder unfreiwillig &#8211; mit dem Hab und Gut davon zieht. Aber vermutlich wird damit nicht denjenigen geholfen, deren Koffer unter 100 kurzfristig oder auf Nimmerwiedersehen verschwindet. Dabei w\u00e4re genau dieser Ausnahmefall hervorragend geeignet, einen Mehrwert darum aufzusetzen:<\/p>\n<p>Mit dem Flugzeug der Airline eines &#8222;Polypolkartell&#8220;<sup><a href=\"#footnote_0_4857\" id=\"identifier_0_4857\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"wettbewerbsrechtlich ohnehin schwierig zu rechtfertigenden\">1<\/a><\/sup> waren wir am 25. Oktober in Paris, &#8222;auf CDG&#8220; angekommen. Denn nachdem meine Tasche in Rekordzeit aus dem Schlund des Keller dieses quasi neuen Flughafens hervortrat, lies der Koffer meiner Frau auf sich warten. Zun\u00e4chst so lang, das die Monitore meldeten, alles Gep\u00e4ck sei nun entladen. Und doch rotierten da nur Gep\u00e4ckst\u00fccke, die weder den anderen wartenden Reisenden noch uns zuzuordnen war. Mit dem Gep\u00e4ckabschnitt in H\u00e4nden begaben wir uns zum Schalter, wo &#8222;die Verwaltung&#8220; \u00fcbernahm: Das besagte Dokument wurde entgegen genommen, die freundliche Dame \u00fcberreichte eine Matrix aus Gep\u00e4cktypen, Farben, Marken und sonstwas. Dann gab sie in ihre Masken ein, was die Befragung, des Gep\u00e4ck- und Flugschein hergab.<\/p>\n<p>Nun sind wir beide des Franz\u00f6sisch nicht m\u00e4chtig, und auch nicht mit den <attr title=\"Allgemeine Gesch\u00e4ftsbedingungen\">AGB<\/attr> der Fluggesellschaft vertraut, doch was uns von der freundlichen Dame in Paris versichert wurde, wurde meiner Frau von ihrem Pendant hierzulande mit allerlei Papierkram, Formalia und Anruf beim Chef zu verhindern versucht: Wiedergutmachung in symbolischer Form, durch Ausgleich eines niedrigen zweistelligen Rechnungsbetrag f\u00fcr das N\u00f6tigste. Da wurde gerechnet, gerundet und gefeilscht, als sei man statt bei Lufthansa bzw. Star Alliance auf einem bayrischen Wochenmarkt. Und wir waren nicht allein. Allein in der Zeit, in der meine Frau um Fassung rang, kam beispielsweise ein Pilot der selben Airline an die zahlreichen Schalter und erkundigte sich nach seinem seit Tagen verschollenen Gep\u00e4ck. Trotzdem der Koffer mit allem Hab und Gut f\u00fcr zwei Tage verschwunden war, wir nur f\u00fcr drei weitere Tage vor Ort waren und uns &#8222;Schaden-mindernd&#8220; schwer taten mehr Zeit und Geld als n\u00f6tig mit dem Einkauf essentieller Kleinigkeiten abzum\u00fchen &#8211; in einer Stadt in der man spielend dreistellige Betr\u00e4ge f\u00fcr einen Satz Klamotten ausgeben kann wohlgemerkt, tat man am Schalter alles um allenfalls zwei Paar Socken zu bezahlen, weil der Rest am dritten Tag durch Auslieferung des Gep\u00e4ckst\u00fcck ja \u00fcberfl\u00fcssig gewesen sei. Man sei, so habe ich am Rande mitbekommen, verpflichtet sich Schaden-mindernd zu verhalten.<\/p>\n<p>Was ich gelernt habe: Wer fliegt, verliert &#8211; Zeit, Geld, manche auch die Nerven<sup><a href=\"#footnote_1_4857\" id=\"identifier_1_4857\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Stichwort Simpsons in einer der j&uuml;ngeren Folgen\">2<\/a><\/sup> und die Geduld<sup><a href=\"#footnote_2_4857\" id=\"identifier_2_4857\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"gutes Beispiel: G&eacute;rard Depardieu\">3<\/a><\/sup>. Denn auch die zu Anfang erw\u00e4hnte App ist zwar unterhaltsam, aber wie das <a href=\"http:\/\/www.wiwo.de\/technologie\/digitale-welt\/zugradar-deutsche-bahn-arbeitet-an-neuer-app\/6192794.html\">neue Radar der Bahn<\/a> macht es Z\u00fcge und Fl\u00fcge nicht p\u00fcnktlicher, leerer und f\u00fchrt Gep\u00e4ck nicht magisch dem Besitzer zu. Das ist nur Marketing mit vermeintlichem Mehrwert.<\/p>\n<p>All das verhindert nur, wer nicht auch noch die letzten Arbeitskr\u00e4fte auf den Flugh\u00e4fen und Bahnh\u00f6fen, in den Z\u00fcgen, am Boden und in der Luft einspart und\/oder durch Automaten ersetzt.<\/p>\n<ol class=\"footnotes\"><li id=\"footnote_0_4857\" class=\"footnote\">wettbewerbsrechtlich ohnehin schwierig zu rechtfertigenden [<a href=\"#identifier_0_4857\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/li><li id=\"footnote_1_4857\" class=\"footnote\">Stichwort Simpsons in einer der j\u00fcngeren Folgen [<a href=\"#identifier_1_4857\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/li><li id=\"footnote_2_4857\" class=\"footnote\">gutes Beispiel: G\u00e9rard Depardieu [<a href=\"#identifier_2_4857\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nico Lumma schreibt \u00fcber die Reise eines eingecheckten Koffers, einen Koffer best\u00fcckt mit einem Haufen Kameras auf der Reise durch die Katakomben zweier Flugh\u00e4fen, \u00fcber Rollfelder und hinein in den Rumpf eines Flugzeuges. 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