{"id":4794,"date":"2011-12-22T21:20:03","date_gmt":"2011-12-22T20:20:03","guid":{"rendered":"http:\/\/udo.springfeld.eu\/blog\/?p=4794"},"modified":"2011-12-22T21:20:03","modified_gmt":"2011-12-22T20:20:03","slug":"not-dead-unwanted-therefor-not-alive-von-der-letzten-phase-fruherer-vorzeigeprojekte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/udo.springfeld.eu\/blog\/2011\/12\/22\/not-dead-unwanted-therefor-not-alive-von-der-letzten-phase-fruherer-vorzeigeprojekte\/","title":{"rendered":"Not dead, unwanted, therefor not alive. Von der letzten Phase fr\u00fcherer Vorzeigeprojekte."},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Wer einen Fehler findet, darf ihn behalten.&#8220; hei\u00dft es manchmal, wenn wer Wert auf den Inhalt, nicht auf Interpunktion legt. &#8222;Wer einen Fehler berichtet, wird belohnt.&#8220; hei\u00dft es andernorts zur F\u00f6rderung der Innovationskultur von Unternehmen.<\/p>\n<p>Was, wenn es sich um ein Produkt handelt, das in Deutschland verortet ist, aber im Grunde nur eine Kopie eines besseren Angebots andernorts ist? Was, wenn die deutschen Ingenieure der verantwortlichen Firmen Fehler nicht finden, die sie in Produkte einbauen, deren Innovationsgrad nur zu einem verschwindend geringen Bruchteil ihrem eigenen Geist entsprangen. Mir sind massig Portale bekannt, die ich fr\u00fcher selbst gern genutzt habe, die aber ihren Flair verloren. Oder auf die ich fr\u00fch aufmerksam wurde, weil sie einen bis dahin nicht dagewesenen oder &#8222;eingedeutschten&#8220; Mehrwert anboten.<\/p>\n<p>Und es liegt in meiner Natur, das ich gefundene Fehler weitergebe. Weil das nur ein Bruchteil der Nutzer tut, und die Mehrzahl damit zu leben beginnt, bis sie sie nerven und mehr oder wenig sp\u00e4ter genervt aufgeben. Es gibt auch 2011 noch Portale, deren Reichweite ihnen eine gr\u00f6\u00dfere Bekanntheit bringt als mancher deutsche A-Promi jemals erlangen wird. Dennoch wird diese Portale 2012 vermutlich ein j\u00e4hes Ende bereiten oder zumindest ein schrecklich langwieriges einleiten.<\/p>\n<p>Nehmen wir das Beispiel Amazon &#8211; mal ganz abgesehen vom Umgang mit rechtslastigen Verlagen. Das Hier von Glashaus ist mein<sup><a href=\"#footnote_0_4794\" id=\"identifier_0_4794\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Profil von Musikliebhaber bei Amazon; Affiliate-Link\">1<\/a><\/sup> einziger rezensierter Artikel, daneben listet Amazon &#8222;Alle Ihre Tags&#8220; &#8211; darunter betr\u00fcger, blender, doctor doolittle, f\u00e4lscher, gel, hochstapler, kopierer, lackaff, l\u00fcgnere, m\u00fcnchhausen, plagiator, schmierlappen, unglaubw\u00fcrdig. Nur korrespondiert keiner der vorgenannten Tags mit dem angezeigten Produkt. Das Produkt, auf das sie sich beziehen habe ich nie in Betracht gezogen: Wer will sich schon mit kopiertem Altpapier des Freiherrn belasten? Eben. Manche Worte unter den zuf\u00e4llig gefundenen Tags kannte ich bis zur Ver\u00f6ffentlichung von &#8222;Vorerst gescheitert&#8220; gar nicht. Und die beiden einzigen f\u00fcr das gezeigte Produkt waren top und charts. Das dort die Tags f\u00fcr das zu Guttenberg Pamphlet erschienen, erkl\u00e4rt sich dadurch das ich bei dem Artikel auf die entsprechenden Tags sties und sie vollumf\u00e4nglich unterschreiben &#8211; und also anklicken &#8211; konnte. Amzaon wird so schnell nicht verschwinden, soziales Einkaufen aber wird dort auch nicht gro\u00df, wenn solche Kinderkrankheiten so lang unentdeckt bleiben.<\/p>\n<p>Weiter zu etwas ganz anderem: Den armen Briefzustellern geh\u00f6rt unser Respekt, vor allem aufgrund der Inkompetenz ihrer Vorgesetzten. Was wurde da nicht schon alles an Reformen hervorgebracht, um dem dahin siechenden Briefgesch\u00e4ft neues Leben einzuhau(ch)en. Werbebotschaften beispielsweise werden jetzt mal eben mitverteilt, als Fernsehzeitung getarnt mit (freilich zum Recycling f\u00e4higem) durchsichtigem Umschlag ummantelt und mit Werbung angereichert. Jeder Woche das selbe Spiel, jede Woche wandert das selbe B\u00fcndel Papier direkt in die Altpapiertonne. Oder es wurde diskutiert, am Samstag einfach F\u00fcnf grade sein zu lassen. Die privaten Briefzusteller sind am Markt angekommen um sogleich wieder zu gehen, nicht ohne zwischendrin ihre Mitarbeiter auszubeuten. Die wenigen \u00fcbrig gebliebenen privaten Briefzusteller sind nicht gerade f\u00fcr ihre fairen Bedingungen  im Umgang mit ihren Mitarbeitern ber\u00fchmt. Im Warten an der Ampel einen solchen nach einer Unterschrift f\u00fcr den Mindestlohn fragend erhielt ich von dem nur die abschl\u00e4gige Antwort, er habe keine Zeit. Und in j\u00fcngster Zeit wird der Postbrief gepimpt: Als Mischung aus klassischem Brief, Briefkasten, Einschreiben mit R\u00fcckschein und all das auf elektronischem Wege, verkauft als technologisches Wunderwerk, schnittig ePost benannt, blieb die Wunderwaffe der zweite Rohrkrepierer der Deutschen Post unter diesem Namen. Denn bereits vor vielen Jahren bot man unter epost.de einen so genannten Webmailer an, der aber eben nicht erlaubte Zustellung zu bescheinigen. Irgendwann war man m\u00f6glicherweise dahinter gekommen, das Neonazis den Begriff E-Post f\u00fcr sich eingenommen haben und hat das Projekt mehr still und heimlich aufgegeben. Auch das neue Projekt floppt mehr oder weniger wahrnehmbar. Denn trotzdem Werbetafeln von Werbetafeln in der ganzen Republik freundliche Postboten herunter gr\u00fc\u00dften, scheint niemand das zweite Klingeln wahrzunehmen. Zum Jahresende versucht es die Deutsche Post m\u00f6glicherweise schon zum letzten Mal, mit Gewinnspielen<sup><a href=\"#footnote_1_4794\" id=\"identifier_1_4794\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"bspw. 500 Euro Guthaben bei PayPal\">2<\/a><\/sup>, Gutscheinen<sup><a href=\"#footnote_2_4794\" id=\"identifier_2_4794\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"bspw. einen 10 Euro Gutschein f&uuml;r Brands for Friends\">3<\/a><\/sup> und Giveaways. Meine Einsch\u00e4tzung: Um den <a href=\"http:\/\/trends.google.com\/websites?q=epost.de&#038;geo=all&#038;date=all\">Trend abflauende Daily Unique User<\/a> hilft das nicht herum. Daran das Ruder rumzurei\u00dfen hindert sie nur das es keine oder keine bereitwilligen Berater gibt, die das Projekt retten k\u00f6nnen und wollen.<\/p>\n<p>Aller guten Dinge sind Drei: Mit einer Kopie von Facebook im Gep\u00e4ck kamen die Gr\u00fcnder von StudiVZ vor Jahren aus Amerika zur\u00fcck. Was sie daraus machten, insbesondere was an Ingenieurleistung hieran verbrochen wurde, dokumentierte ein &#8222;Alpha-Blogger&#8220;<sup><a href=\"#footnote_3_4794\" id=\"identifier_3_4794\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Ja, den Begriff gab es damals noch.\">4<\/a><\/sup> zur Gen\u00fcge. Und inzwischen hat sogar die altehrw\u00fcrdige Frankfurter Allgemeine Zeitung ihren Narren an der Schelte auf das l\u00e4ngst an Holtzbrink verkaufte Millionengrab gefressen und mehrere Artikel dar\u00fcber ver\u00f6ffentlicht, die von der Unf\u00e4higkeit der Deutschen im Umgang mit den sozialen Netzwerken handelt und vom Niedergang der VZ-Netzwerke im Speziellen. Bis M\u00e4rz ist dort das Licht aus, prognostiziert man dort. Und es w\u00e4re nur ein vern\u00fcnftiger Berater n\u00f6tig, das zu verhindern. Allein er wird es vermeiden das angestaubte Relikt zu retten.<\/p>\n<p>Zu guter Letzt noch ein Bonus: eBay hat ein \u00e4hnliches Problem. Vor dem Web 2.0 gro\u00df und nie an die neuen M\u00f6glichkeiten herangekommen, siecht das Auktionshaus dahin. Allein die Er\u00f6ffnung einer eigenen Bank hat bislang daf\u00fcr gesorgt, das dem Startup nicht l\u00e4ngst die Luft ausgegangen ist. Auch hier gilt wieder: Nur ein einziger kleiner, leicht reproduzierbarer Fehler, der vielen Kunden auf den Geist geht, und der zuschl\u00e4gt wenn der Kunde zuschl\u00e4gt. Der Fehler behindert die Abgabe von Geboten eben dabei. Warum der jetzt schon eine Weile enthaltenen Fehler nicht behoben wird, dar\u00fcber mag man spekulieren. \u00dcber die Auswirkung auf einen gesch\u00e4ftskritischen Prozess aber braucht man nicht spekulieren. Und auch hier gilt wieder: Ingenieure am Werk, noch zudem in der fr\u00fchen Phase als Alando auch deutsche Softwareingenieure, die nur mit der perfekten Kopie besch\u00e4ftigt waren, f\u00fcr den deutschen Markt und den gewinntr\u00e4chtigsten Exit. F\u00fcr den klitzekleinen Fehler, der jeden Tag Kunden kostet, hat dort heute offenbar keiner Zeit.<\/p>\n<p>Nur vier Beispiele f\u00fcr Millionen-schwere Unternehmen, die mit einer Hand voll echter Experten ihr Gesch\u00e4ftsmodell retten k\u00f6nnten, es aber vers\u00e4umen und sich somit in ihre letzte Projektphase begeben.<\/p>\n<p>Damit nur mal ei<\/p>\n<ol class=\"footnotes\"><li id=\"footnote_0_4794\" class=\"footnote\"><a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/pdp\/profile\/A7HDYLEHNNZ0Z\/?ie=UTF8&#038;site-redirect=de&#038;tag=ghopweblvonud-21&#038;linkCode=ur2&#038;camp=1638&#038;creative=19454\">Profil von Musikliebhaber bei Amazon<\/a>; Affiliate-Link [<a href=\"#identifier_0_4794\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/li><li id=\"footnote_1_4794\" class=\"footnote\">bspw. 500 Euro Guthaben bei PayPal [<a href=\"#identifier_1_4794\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/li><li id=\"footnote_2_4794\" class=\"footnote\">bspw. einen 10 Euro Gutschein f\u00fcr Brands for Friends [<a href=\"#identifier_2_4794\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/li><li id=\"footnote_3_4794\" class=\"footnote\">Ja, den Begriff gab es damals noch. 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