{"id":4093,"date":"2011-05-11T08:25:28","date_gmt":"2011-05-11T07:25:28","guid":{"rendered":"http:\/\/udo.springfeld.eu\/blog\/?p=4093"},"modified":"2011-05-11T08:25:28","modified_gmt":"2011-05-11T07:25:28","slug":"verpixelung-von-darmstadt-bei-google-street-view-boykottieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/udo.springfeld.eu\/blog\/2011\/05\/11\/verpixelung-von-darmstadt-bei-google-street-view-boykottieren\/","title":{"rendered":"Verpixelung von Darmstadt bei Google Street View boykottieren"},"content":{"rendered":"<p>Darmstadt hat vor \u00fcber einem Jahr <a href=\"http:\/\/www.darmstadt.de\/portal\/einzelansicht\/article\/widersprueche-gegen-google-street-view\/nocache\/index.htm\" rel=\"nofollow\">durch Pressemitteilung darauf hingewiesen das Widerspr\u00fcche gegen Google Street View auch in Darmstadt m\u00f6glich<\/a> sei. Bedeutungsschwanger meinte Stadtrat Dr. Molter seinerzeit, das &raquo;Recht auf informationelle Selbstbestimmung ist wesentliches freiheitliches Grundrecht jedes Einzelnen&laquo;, und sch\u00fcrte damit irrationale \u00c4ngste. Dazu gesellt sich das <a href=\"http:\/\/www.hessen.de\/irj\/RPDA_Internet?uid=5a75fe88-6257-621f-012f-31e2389e4818\" rel=\"nofollow\">Darmst\u00e4dter Regierungspr\u00e4sidium, das sich sogar f\u00fcr einen Hinweis auf den Beschluss des D\u00fcsseldorfer Kreis<\/a> nicht zu schade ist &#8211; einem demokratisch nicht legitimierten Gespr\u00e4chskreis ohne eigenen Rechtsstatus, vom Rang her also Stammtischreden gleichbedeutend. Ilse Aigner schlie\u00dft den Reigen der <a href=\"http:\/\/udo.springfeld.eu\/blog\/2010\/06\/05\/unproffessionell\/\">sich unqualifiziert in der Sache \u00c4u\u00dfernder<\/a> und rundet das Personaltableu &#8222;Wider Street View!&#8220; ab. Das verf\u00e4ngt, <a href=\"http:\/\/udo.springfeld.eu\/blog\/2010\/05\/26\/neuer-volkssport-google-street-view-bashing\/\">wird zum neuen Volkssport<\/a>, so sicherlich demn\u00e4chst auch im Darmstadt. In Darmstadt war die Fahrzeugflotte von Google bereits <a href=\"http:\/\/www.schonleben.de\/archives\/491\" title=\"Google Street View Auto 2008 in Darmstadt gesichtet\">2008<\/a> und <a href=\"http:\/\/forum.fbihome.de\/index.php?topic=6128.0\" title=\"Google Street View Fahrzeug 2009 von Kommilitonen gesichtet\">2009<\/a> unterwegs. Ver\u00f6ffentlicht wurde das Material indes noch nicht.<\/p>\n<p>Widerspr\u00fcche hingegen sind trotz fehlender Rechtsgrundlage jederzeit m\u00f6glich und werden unb\u00fcrokratisch von Google bearbeitet. Offenbar wird bei Eingang eines Widerspruch erstmal gro\u00dfz\u00fcgig verdunkelt, jedenfalls ergab sich bei einer Stadtrundfahrt durch meine Kindheitserinnerungen folgendes Bild:<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/farm3.static.flickr.com\/2095\/5708931797_dd89228d59.jpg\" width=\"450\" \/> <\/p>\n<p>Nach der Verdunkelung befinden sich verpixelte Fl\u00e4chen an Fassaden. Auf Verdunkelung folgt also Verpixelung. Was das allerdings im Stadtbild von Street View anrichtet, kann man am Beispiel Frankfurt am Main sehr sch\u00f6n nachvollziehen: An den \u00f6ffentlichsten Orten der Stadt befinden sich riesige verpixelte Fl\u00e4chen, weil nat\u00fcrlich nicht ein einzelnes Fenster oder Stockwerk verpixelt wird, sondern die gesamte Fassade.<\/p>\n<p>Verhindern l\u00e4sst sich die Ver\u00f6ffentlichung von Bildnissen des \u00f6ffentlichen Raums ohnehin nur bedingt. Das bei Google Street View verpixelte Geb\u00e4ude beispielsweise das sich hinter dem schwarzen Vorhang verbirgt <a href=\"http:\/\/www.panoramio.com\/photo\/25565178\">ist via Panoramio erfasst<\/a>. Der Name des Urhebers kann auf einen Tourist hindeuten. Dessen Ver\u00f6ffentlichung aus dem\/im Ausland zu verhindern d\u00fcrfte hiesigen Privatsph\u00e4re beanspruchenden Bewohner verpixelter Behausungen schwer fallen. Noch zudem war der \u00f6ffentliche Widerspruch gegen andere Datensammlungen &#8211; Vorratsdatenspeicherung oder den laufenden Zensus beispielsweise, gering. Oder ich habe die Gro\u00dfdemonstration gegen die Volksz\u00e4hlung 2.0 und deren Boykott durch Privatsph\u00e4re hungrigen Darmst\u00e4dter verpasst. Um Datenschutz kann es denjenigen demnach nicht gehen, auch wenn der berechtige Einwand &#8222;Privatunternehmen .\/. Staat&#8220; sicherlich etwas hat, sind doch andere Datensammlungen weitaus bedrohlicher f\u00fcr das Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Wer sein Haus verpixelt, seine Adressdaten aber vom Einwohnermeldeamt an jeden Interessenten verkaufen l\u00e4sst, handelt nicht ganz Widerspruchsfrei.<\/p>\n<p>Bei den wundersch\u00f6nen Fassaden aus der Darmst\u00e4dter Gr\u00fcnderzeit d\u00fcrfte viel Widerspruch dazu f\u00fchren, dass das bei Touristen zur Tourplanung sehr beliebte Google Street View nur mittels <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Panoramafreiheit\">Panoramafreiheit<\/a> gerettet werden kann. Meine Wenigkeit hat sich daher vorgenommen, jedes einzelne verpixelte Haus pers\u00f6nlich zu fotografieren &#8211; so es dem k\u00fcnstlerischen Gesamtbild der Stadt zutr\u00e4glich ist, die 1960er Jahre Baus\u00fcnden k\u00f6nnen gern verschleiert bleiben. Und ich werde dazu aufrufen, das Darmstadt sich selbst fotografiert, um zu verhindern das durch den Einspruch Einzelner das Gesamtbild der Stadt besch\u00e4digt wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Darmstadt hat vor \u00fcber einem Jahr durch Pressemitteilung darauf hingewiesen das Widerspr\u00fcche gegen Google Street View auch in Darmstadt m\u00f6glich sei. Bedeutungsschwanger meinte Stadtrat Dr. Molter seinerzeit, das &raquo;Recht auf informationelle Selbstbestimmung ist wesentliches freiheitliches Grundrecht jedes Einzelnen&laquo;, und sch\u00fcrte damit irrationale \u00c4ngste. 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