{"id":3734,"date":"2010-11-26T08:25:28","date_gmt":"2010-11-26T07:25:28","guid":{"rendered":"http:\/\/udo.springfeld.eu\/blog\/?p=3734"},"modified":"2010-11-26T08:25:28","modified_gmt":"2010-11-26T07:25:28","slug":"leistungsschutzrecht-leistungsschutzrecht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/udo.springfeld.eu\/blog\/2010\/11\/26\/leistungsschutzrecht-leistungsschutzrecht\/","title":{"rendered":"Leistungsschutzrecht = &#8222;Leistung&#8220;s&#8220;schutz&#8220;&#8220;recht&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Normalerweise l\u00e4uft es doch folgenderma\u00dfen: Du bietest ein Produkt an, anhand der Kosten bestimmst du dessen St\u00fcckpreis, und diejenigen die den Preis zu zahlen bereit sind, kommen in den Genuss.<\/p>\n<p>Im Sinn des fl\u00fcchtigen Gutes Nachricht handelt es sich bei dem Produkt gewisserma\u00dfen um eine Dienstleistung, n\u00e4mlich die der Nachrichtensch\u00f6pfung, -analyse und -aufbereitung, und ausschlie\u00dflich darum. Denn durch durch den Einkaufspreis an der Ladentheke und noch viel mehr durch das klassische Abonnement sind alle anderen Kosten gedeckt, die Personalkosten an der Druckerpresse ebenso wie all der anderen Mittelsm\u00e4nner, die ihren rein technisch-logistischen Teil an der Ver\u00f6ffentlichung haben. Da diese Kosten bei der Zweitverwertung im Internet auch noch wegfallen, kann von zus\u00e4tzlicher erbrachter Leistung, deren Schutz ein Recht bedarf keine Rede sein. Und insofern man realistisch noch Werbeeinnahmen hinzurechnet, die sowohl im gedruckten Exemplar wie durch Werbetr\u00e4ger am Rande, inmitten, dar\u00fcber und darunter einer jeden Seite zur &#8222;Klickstrecke&#8220; verkommenen Artikel hinzuz\u00e4hlt, kann von einer Leistung gerechten Entlohnung schon heute die Rede sein. Das Verlage inzwischen durch den Verkauf von Adressdaten, Verkauf von Dienstleistungen und Produkten auf eigene oder im Namen und auf Rechnung Dritter wachsende Gewinne erzielen sei ebenso verziehen wie der Verkauf redaktioneller Inhalte, offen oder verdeckt.<\/p>\n<p>Doch das man \u00fcber das in der Diskussion befindlichen Leistungsschutzrecht nun auch noch den Kohlepfennig f\u00fcr die Presse, eine Subvention f\u00fcr ein mehr inzwischen mehr als fragw\u00fcrdiges Produkt verlangt, schl\u00e4gt dem Fass den Boden aus. Das hat weder mit zu vergeltender Leistung etwas zu tun, noch ist etwas Schutz w\u00fcrdiges in Gefahr &#8211; mit Ausnahme vor sich selbst, und Recht ist Unrecht nur in den Augen einiger spezieller Verlage mit besonders gro\u00dfen Buchstaben. Das ausgerechnet deren Vorstand die gr\u00f6\u00dften Drumsticks beim Trommeln f\u00fcr das Leistungsschutzrecht in H\u00e4nden h\u00e4lt, l\u00e4sst allerdings bef\u00fcrchten das Angela Merkel mit ihrer Busenfreundin l\u00e4ngst einen Plan hat, ihren bezahlten Springer zur Belustigung der \u00d6ffentlichkeit herum dirigieren und demn\u00e4chst mit dem Weihnachtsgeschenk an die n\u00e4chste Lobby alle Steuerzahler erneut an der Nase herumf\u00fchren. In den entsprechenden Bl\u00e4ttern wird das dann wieder als Erfolg f\u00fcr die Pressefreiheit gefeiert, von einer Bundesministerin f\u00fcr Pressemitteilungen per Sperrfeuer auf ein zitierendes Nachrichtenportal begleitet, das allenfalls zwei S\u00e4tze und eine \u00dcberschrift zum Besten gibt, ansonsten lediglich vermittelnd aufbereitet &#8211; also quasi als Vertreter agiert, den man fr\u00fcher fest anstellen und sp\u00e4ter mit einer Provision abspeisen konnte, und von dem man nun auch noch Geld verlangt. Die zunehmende Verbreitung sogenannter Paywalls in den USA und hierzulande sorgen dann f\u00fcr die ohnehin schon verf\u00fcgbare Einnahmequelle, auf die die Verlage \u00fcber zwei Jahrzehnte hinweg selbstbestimmt verzichtet haben.<\/p>\n<p>Bei aller Liebe zum klassischen Medium, das ich heute ein zweites Mal kostenlos abonnieren werde: Es ist es l\u00e4ngst nicht mehr wert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Normalerweise l\u00e4uft es doch folgenderma\u00dfen: Du bietest ein Produkt an, anhand der Kosten bestimmst du dessen St\u00fcckpreis, und diejenigen die den Preis zu zahlen bereit sind, kommen in den Genuss. 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