{"id":3153,"date":"2010-06-13T22:25:02","date_gmt":"2010-06-13T21:25:02","guid":{"rendered":"http:\/\/udo.springfeld.eu\/blog\/?p=3153"},"modified":"2010-06-13T22:25:02","modified_gmt":"2010-06-13T21:25:02","slug":"muller-hohenstein-ihr-innerer-reichsparteitag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/udo.springfeld.eu\/blog\/2010\/06\/13\/muller-hohenstein-ihr-innerer-reichsparteitag\/","title":{"rendered":"M\u00fcller-Hohenstein ihr innerer Reichsparteitag"},"content":{"rendered":"<p>Fr\u00fcher als gedacht habe ich mich heute auf den Weg nach Hause gemacht, unter dem Vorsatz dem Geschehen, das erste Spiel der deutschen Mannschaft bei der Fussballweltmeisterschaft in S\u00fcdafrika, h\u00f6chstens am Rande auf dem Heimweg zu verfolgen. Und so war es im Grunde auch, wobei der desolate Zustand des &#8222;offiziellen&#8220; Public Viewing seinen Teil beitrug.<\/p>\n<p>Dort angekommen beobachtete ich wie ein offenkundig v\u00f6llig Betrunkener \u00e4lterer Mann mit Glatze und Schwarz-Rot-Goldenen Devotionalien im Verlauf einer hitzigen Debatte seinen Unterleib an einem Fan rieb, der ohne den entsprechenden Tinnef ausgestattet, wohl aber Migrationshintergrund aufweisend einfach nur am falschen Ort zur falschen Zeit stand. Das war eine Zeit lang am\u00fcsant mit anzusehen, denn der mental und physisch in dieser Situation \u00dcberlegene lies sich nicht beirren, trotzdem des offenkundig sinnfreien Dialogs mit seinem Widersacher. Der begann dann, wie erw\u00e4hnt, irgendwann seinen Unterleib an dem jungen Mann zu reiben, was dann allerdings auch zum baldigen Ende der Unterhaltung f\u00fchrte.<\/p>\n<p>Nach der &#8222;Durchsage der Polizei&#8220;, das der Veranstaltungsort wegen \u00dcberf\u00fcllung jetzt geschlossen sei &#8211; was man aber auch mit blo\u00dfem Auge sehen konnte, und das man trotzdem von \u00fcberall her auf den Monitor blicken konnte &#8211; was inzwischen hunderte Fans taten, einer also v\u00f6llig \u00fcberfl\u00fcssigen Lautsprecheransage, kreiste ich ein wenig, um sp\u00e4ter dann einen besseren Blick auf die Leinwand zu bekommen: Unten ein Zipfel vom Getr\u00e4nkezelt, links durften wir den gl\u00fccklichen Insassen des Public Viewing beim Pinkeln zusehen und also waren wir froh das am unteren Rand Sichtbarrieren installiert waren . Die Ehreng\u00e4ste hatte man v\u00f6llig sinn-frei in einem 45\u00b0 Grad Winkel auf die Leinwand ausgerichtet &#8211; und den Gesichtsausdr\u00fccken zu urteilen gab es auch nur Wein aus dem Tetrapak. Wenig sp\u00e4ter begann es dann auch noch zu regnen. Aber das bekam ich schon nicht mehr mit, denn das h\u00f6chste der Gef\u00fchle war die Tonqualit\u00e4t, denn offenkundig hatte niemand die Anlage bisher getestet, und so kratzte hin und wieder etwas aus den riesigen Lautsprechern, von den Moderatoren waren gr\u00f6\u00dftenteils nicht zu verstehen &#8211; Vuvuselas hingegen h\u00f6rte man pr\u00e4chtig.<\/p>\n<p>Lange Rede, kurzer Sinn: Die Moderatorin M\u00fcller-Hohenstein in der Halbzeitpause habe ich folglich auch verpasst, und das ist auch gut so, denn wenn man dem <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/fernsehen\/article8032421\/Mueller-Hohenstein-spricht-von-Reichsparteitag.html\">Bericht von Welt Online<\/a> Glauben schenken darf, bezeichnete diese das erste Tor von Klose als seinen &raquo;inneren Reichsparteitag&laquo;. Und wenn das jemand aufgeilt, so etwas zu h\u00f6ren, dann nat\u00fcrlich die werten Nationalisten in der Bev\u00f6lkerung. Wie die Fliegen auf die Schei\u00dfe st\u00fcrzten sich in der Folge innerhalb weniger Minuten<sup><a href=\"#footnote_0_3153\" id=\"identifier_0_3153\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"letzte &Auml;nderung am Artikel datierte Welt Online zu dem Zeitpunkt auf 22:40 Uhr\">1<\/a><\/sup> jede Menge Gesinnungsgenossen auf die Kommentarfunktion, die inzwischen &#8222;Web 2.0 m\u00e4sisch uffgemotzt&#8220; wurde. Man konnte man gar nicht so schnell schlecht bewerten, wie der Daumen f\u00fcr die diversen kleingeistigen aber offen die \u00c4u\u00dferung gut-hei\u00dfenden Beitr\u00e4ge nach oben ging. Nicht einmal zehn Minuten und einige hundert Einreichungen sp\u00e4ter wurde die Kommentarfunktion f\u00fcr den Artikel deaktiviert.<\/p>\n<p>Wie sich die Rechten jetzt am Aufstand der Anst\u00e4ndigen rieben, f\u00fchlte ich mich ein wenig an den dicken kleinen Kerl vor der Fanarena erinnert, der sich an dem Migrant rieb.<\/p>\n<p>Verdammt, jetzt ist er doch raus, der unvermeidliche erste (und hoffentlich letzte) Beitrag zur Fussballweltmeisterschaft. Ich gelobe aber Besserung, lieber Leser. In diesem Sinne: Das Rund muss ins Eckige, und ein Spiel dauert 90 Minuten.<\/p>\n<p><strong>Update<\/strong>: Und schon ist ein Ausschnitt bei YouTube verf\u00fcgbar, der dankenswerterweise von Welt Online verlinkt wurde, die hatten es ja bisher nicht so mit dem Internetz. Ganz wichtig: Beobachtet mal diesen Torwart, dessen Name mir gerade nicht einf\u00e4llt, und der zu Anfang noch versucht das souver\u00e4n abzub\u00fcgeln und am Ende doch ziemlich kritisch dreinschaut und wohl schon ahnt das die gute Frau M\u00fcller-Hohenstein hier grad ihren innerer Reichsparteitag feierte.<\/p>\n<p>http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=sXj2yddt0ro&#038;feature=player_embedded<\/p>\n<p><strong>Update #2<\/strong>: kress meldet Quote: <a href=\"http:\/\/kress.de\/tagesdienst\/detail\/beitrag\/104564-der-kress-quotencheck-fast-28-mio-bejubeln-den-traumstart-der-deutschen.html\">28 Millionen Zuschauer<\/a> wohnten der verbalen Entgleisung bei.<\/p>\n<ol class=\"footnotes\"><li id=\"footnote_0_3153\" class=\"footnote\">letzte \u00c4nderung am Artikel datierte Welt Online zu dem Zeitpunkt auf 22:40 Uhr [<a href=\"#identifier_0_3153\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fr\u00fcher als gedacht habe ich mich heute auf den Weg nach Hause gemacht, unter dem Vorsatz dem Geschehen, das erste Spiel der deutschen Mannschaft bei der Fussballweltmeisterschaft in S\u00fcdafrika, h\u00f6chstens am Rande auf dem Heimweg zu verfolgen. 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