{"id":2919,"date":"2010-04-30T13:00:25","date_gmt":"2010-04-30T12:00:25","guid":{"rendered":"http:\/\/udo.springfeld.eu\/blog\/?p=2919"},"modified":"2010-04-30T13:00:25","modified_gmt":"2010-04-30T12:00:25","slug":"south-park-feat-mohamed","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/udo.springfeld.eu\/blog\/2010\/04\/30\/south-park-feat-mohamed\/","title":{"rendered":"South Park feat. Mohamed"},"content":{"rendered":"<p>Wo immer der Prophet auf der Bildfl\u00e4che erscheint, ist f\u00fcr Bombenstimmung gesorgt. Die Macher von South Park beweisen mit den Folgen 200 und 201 einmal mehr ihr Gesp\u00fcr f\u00fcr gutes Marketing, indem sie auf ein Bildnis verzichten und allein durch Selbstzensur ein ungebrochenes Tabu als Ger\u00fccht am Leben erhalten.<\/p>\n<p>South Park genie\u00dft seit Tagen erh\u00f6hte Aufmerksamkeit seitens der Massenmedien, auch und insbesondere der hiesigen. Da wird die Verlautbarung von Islamisten auf einer Website mit deren Namen zitiert, sodass der geneigte Leser sich von der allgegenw\u00e4rtigen Terrorgefahr mittels einer einfachen Suche selbst ein Bild machen kann. Nachlesen kann man dortdas Statement, indem man das Vorgehen der beiden Macher von South Park nicht guthei\u00dft und den Autoren vielmehr unumwunden droht. Diese Warnung muss dem extrentrischen Extrovertierten wie dem extrovertierten Exzentriker heruntergegangen sein wie \u00d6l, denn was die Islamisten mit ihrer Warnung, Drohung und viel hei\u00dfer Luft anprangern, hat in Wahrheit gar nicht stattgefunden. Weder wurde Mohamed im ersten Teil der Jubil\u00e4umsfolge, noch im zweiten Teil der Doppelfolge gezeigt. Vielmehr zeigte der Plot eine schlichte Erpressung, denen sich die Bewohner des kleinen South Park ausgesetzt sahen und mit einer Finte zu begegnen versuchten. Gezeigt wurde zwar ein B\u00e4renkost\u00fcm, und Mohamed wurde bereits in einer der vorangegangenen 200 Folgen der Serie gezeigt, aber eben nicht in einer oder dieser Folgen. Die beiden Macher von South Park haben in genialer Weise die Welt\u00f6ffentlichkeit genarrt, Zensur zelebriert und damit gegei\u00dfelt und nicht zuletzt \u00fcppig vom Namen des Propheten Gebrauch gemacht. Der Prophet Mohamed, von dem sich niemand ein Bild machen darf &#8211; erst recht nicht wir Ungl\u00e4ubigen, war zwar allgegenw\u00e4rtiger Teil der Erz\u00e4hlung, trat aber kein einziges Mal in Erscheinung. Was sich aus dem B\u00e4renkost\u00fcm sch\u00e4lte, als der Qualit\u00e4tsjournalismus offenbar schon geistig abgeschaltet hatte, war der Weihnachtsmann, eine Phantasiefigur f\u00fcr alle erwachsenen Zuschauer, an die sich die Serie richtet. Und nachdem er sich am Ende der Doppelfolge aus dem Kost\u00fcm qu\u00e4lte, dem er die Silhouette verlieht, anhand derer der halbswegs wache Zuschauer ihn schon vorher h\u00e4tte erkennen k\u00f6nnen,<br \/>\nging 201 in seiner urspr\u00fcnglichen Form in einem Gemetzel aus Piepst\u00f6nen und Schw\u00e4rzungen, den Waffen der Medienzensur, in die Knie &#8211; ganz ohne das G\u00f6tter, Halbg\u00f6tter, dessen S\u00f6hne oder auch nur Propheten darin vorgekommen waren.<\/p>\n<p>Das deutsche Recht verbietet, die illegal entstandenen Kopien zu verlinken. Insofern ist auch klar woher der hiesige Qualit\u00e4tsjournalismus seine Informationen bezog, n\u00e4mlich aus der internationalen Presse oder falschen Agenturmeldungen, nicht jedoch aus der Handlung von South Park. Das ist peinlich f\u00fcr die Massenmedien, die fast alle eine \u00e4hnlich lautende Geschichte von Mohamed in einem B\u00e4renkost\u00fcm und den Terrordrohungen gegen die Macher des vermeintlichen Bildnis des Propheten brachten.<\/p>\n<p>Was South Park hier vorf\u00fchrt, wurde bislang <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/32\/32546\/1.html\">nur von einem einzigen journalistischen Produkt richtig kommentiert<\/a>: Die Furcht vor den Rechteinhabern hat schlimmere Auswirkungen als die zugrunde liegende terroristische Drohung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wo immer der Prophet auf der Bildfl\u00e4che erscheint, ist f\u00fcr Bombenstimmung gesorgt. Die Macher von South Park beweisen mit den Folgen 200 und 201 einmal mehr ihr Gesp\u00fcr f\u00fcr gutes Marketing, indem sie auf ein Bildnis verzichten und allein durch Selbstzensur ein ungebrochenes Tabu als Ger\u00fccht am Leben erhalten. 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