{"id":1604,"date":"2009-09-21T23:21:19","date_gmt":"2009-09-21T22:21:19","guid":{"rendered":"http:\/\/udo.springfeld.eu\/blog\/?p=1604"},"modified":"2015-12-01T13:23:52","modified_gmt":"2015-12-01T12:23:52","slug":"die-sozialdemokratie-ist-wieder-da-vs-wir-sind-wieder-da","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/udo.springfeld.eu\/blog\/2009\/09\/21\/die-sozialdemokratie-ist-wieder-da-vs-wir-sind-wieder-da\/","title":{"rendered":"Die Sozialdemokratie ist wieder da! vs. Wir sind wieder da!"},"content":{"rendered":"<p>&raquo;Wer noch an Umfragen geglaubt hat, durfte am 30. August einen Kurs in politischer Realit\u00e4t absolvieren.&laquo; Markige Einleitung, mit denen Genossen heute von Peer Steinbr\u00fcck in einer Nachricht begr\u00fcsst werden. Weiter diagnostiziert Steinbr\u00fcck zwei Ministerpr\u00e4sidenten seien &raquo;krachend abgew\u00e4hlt&raquo; worden, &raquo;Schwarz-gelb hat (&#8230;) keine Mehrheit&laquo; und bei &raquo;Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen hat die CDU zum zweiten Mal nach 2004 wichtige St\u00e4dte an uns und unsere B\u00fcrgermeisterkandidaten verloren, andere haben wir souver\u00e4n behauptet und unseren Vorsprung weiter ausgebaut&laquo; Peer Steinbr\u00fcck, stellvertretender Vorsitzender unserer sturmerprobten Partei, res\u00fcmiert an die Demoskopen gerichtet &raquo;Das Runterschreiben und Runterdemoskopieren der SPD hat nichts genutzt.&laquo;, dem politischen Gegner wirft er Hochn\u00e4sigkeit vor: &raquo;Die Arroganz der Union, die sich schon \u00fcber die Verteilung von Posten begl\u00fcckte, hat sich bitter ger\u00e4cht.&laquo; Dann schwelgt er in Erinnerungen den letzten Schr\u00f6der-Wahlkampf &raquo;Aber vom ersten Tag an hat sich wie 2005 sehr eindrucksvoll gezeigt: Stimmungsmache ist etwas v\u00f6llig anderes als die Stimmungslage. Seit den ersten Veranstaltungen steigt mein Adrenalinpegel. Der Zulauf ist gro\u00df, der Zuspruch enorm. Stellenweise &#8211; wie zum Beispiel in Dresden vor vier Wochen, als es statt 150 dann 600 waren \u2013 sind unsere Genossinnen und Genossen vor Ort selber vom Andrang \u00fcberrascht. Und das soll die SPD sein, von denen die Menschen angeblich nichts erwarten, eine Partei, die sich aufgegeben hat?&laquo; &raquo;L\u00e4cherlich!&laquo; beantwortete er seine Frage polternd selbst.<\/p>\n<p>Im Anschluss kommt er zu seinem Kompetenzfeld, spricht an was Millionen besch\u00e4ftigt: &raquo;Wer zahlt die Zeche f\u00fcr die Krise, wir alle oder die, die uns aus purer Gier fast in den Abgrund gesp\u00fclt h\u00e4tten? Darf es wirklich so weitergehen wie vorher oder brauchen wir nicht neue Regeln f\u00fcr die Finanzm\u00e4rkte, brauchen wir nicht ein gro\u00dfes gesellschaftlichen B\u00fcndnis gegen ein \u201eWeiter so\u201c?&laquo; Hiermit betritt Steinbr\u00fcck allerdings d\u00fcnnes Eis, denn kurz vor der Bundestagswahl findet ein G20-Gipfel statt, bei dem genau dies Thema sein wird, und bei dem Regierungschefin Merkel vor Ort ist. Bislang macht alles den Eindruck, sie kopiere internationale Konzepte ihrer Kollegen, beispielsweise aus Frankreich. Die Presse feiert sie hierf\u00fcr zum Teil unreflektiert, manche erkennen und benennen den Urheber und manche sprechen schon jetzt aus, was Steinbr\u00fcck hier als &raquo;gesellschaftliches B\u00fcndnis&laquo; benennt, und nur auf Nationalstaatebene funktioneren kann, weil kaum einer Europa bisher in sein Herz geschlossen hat. Nationalstaatliche L\u00f6sungen aber k\u00f6nnen die Finanzkrise allein nicht bew\u00e4ltigen, international Konzepte hingegen sind all die K\u00f6pfe der Industrienationen &#8211; einschliesslich Mutti Merkel &#8211; nicht bereit in Betracht zu ziehen.<\/p>\n<p>Wenn wir, wie Steinbr\u00fcck Rau zitiert, den &raquo;Mundfunk lauter drehen&laquo; sollen, sollte er Angela Merkel am kommenden Wahlwochenende auch den Spiegel vorhalten, deren &raquo;Weiter so!&laquo; ist noch lange nicht so publik, wie es sein muss. Merkels Konzept lautet, die Krise zahlen wir alle, und merkw\u00fcrdigerweise rufen alle Leute &#038;raquoYeah!&laquo; <\/p>\n<p>Ausserdem fand ich mehr als merkw\u00fcrdig, das ausgerechnet Peer Steinbr\u00fcck, einer der heftigsten Ypsilanti-Kritiker sich eines ihrer, nein ihr bekanntestes Zitat zu eigen macht, denn zwischen &raquo;Die Sozialdemokratie ist wieder da!&laquo; vom Wahlabend des 27. Januar 2008 &#8211; an dem die moralische Siegerin dank des beherzten Eingriffs von Wolfgang Clement seinerzeit mit wenigen tausend Stimmen nicht st\u00e4rkste Kraft wurde, und seinem Betreff &raquo;Wir sind wieder da!&laquo; liegen keine Welten, h\u00f6chstens die zwischenzeitlich zusammengebrochene Finanzwelt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&raquo;Wer noch an Umfragen geglaubt hat, durfte am 30. August einen Kurs in politischer Realit\u00e4t absolvieren.&laquo; Markige Einleitung, mit denen Genossen heute von Peer Steinbr\u00fcck in einer Nachricht begr\u00fcsst werden. 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