{"id":1063,"date":"2009-03-20T17:35:57","date_gmt":"2009-03-20T16:35:57","guid":{"rendered":"http:\/\/udo.springfeld.eu\/blog\/?p=1063"},"modified":"2016-07-15T11:39:26","modified_gmt":"2016-07-15T09:39:26","slug":"jurgen-walter-ruckkehr-ruge-rauswurf-pladoyer-fur-gerechtigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/udo.springfeld.eu\/blog\/2009\/03\/20\/jurgen-walter-ruckkehr-ruge-rauswurf-pladoyer-fur-gerechtigkeit\/","title":{"rendered":"J\u00fcrgen Walter: R\u00fcckkehr? R\u00fcge? Rauswurf! Pl\u00e4doyer f\u00fcr Gerechtigkeit"},"content":{"rendered":"<p><strong>&raquo;J\u00fcrgen wer?&laquo;<\/strong> Vor drei Jahren stellten sich diese Frage auch noch viele hessischen Sozialdemokraten. In der Folge bereisten J\u00fcrgen Walter und seine Kontrahentin Andrea Ypsilanti Hessen. Hierbei warben Andrea, Walter und ihre jeweiligen Unterst\u00fctzer medial wirksam um Zustimmung f\u00fcr ihre Konzepte und nat\u00fcrlich die Spitzenkandidatur kontra Koch. Damals war ich unentschieden, und meine gerade einmal einj\u00e4hrige Mitgliedschaft erlaubte mir das auch.<a data-flickr-embed=\"true\" data-header=\"true\" data-footer=\"true\"  href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/springfeld\/2249650155\/in\/album-72157603872353423\/\" title=\"Dagmar Metzger und J\u00fcrgen Walter\" style=\"float:right\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/c4.staticflickr.com\/3\/2083\/2249650155_75f0b61509_q.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" alt=\"Dagmar Metzger und J\u00fcrgen Walter\"><\/a><script async src=\"\/\/embedr.flickr.com\/assets\/client-code.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n<p>Trotzdem wusste ich um beide Konzepte, und wollte Walter auf den Zahn f\u00fchlen, weil er als erkl\u00e4rter &#8222;Netzwerker&#8220; der Parteilinie widerstrebend f\u00fcr Studiengeb\u00fchren eintrat. Damals schnappte ich mir eine der Karten, auf denen man seine Frage an die Kandidaten formulieren konnte. <strong>&raquo;Wie ist es zu verstehen, das Du trotz anders lautender Linie auf Bundes- und Landesebene f\u00fcr Studiengeb\u00fchren eintrittst, wie man der von Dir mit unterzeichneten Gr\u00fcndungserkl\u00e4rung des &#8222;Netzwerk Berlin&#8220; entnehmen kann?&laquo;<\/strong> muss meine Frage damals gelautet haben. Anstatt auf die Frage einzugehen erkl\u00e4rte Walter man habe ihn falsch verstanden, und er wisse schon von wem die Frage k\u00e4me, mit der er von einem ihnen hinterher reisenden Genossen bei jeder Regionalkonferenzen konfrontiert werde. Damals war das meine erste gro\u00dfe Parteiveranstaltung, mit Hinterherreisen konnte ich kaum gemeint gewesen sein. Ferner war Walter zu diesem Zeitpunkt noch auf keine einzige inhaltliche Frage eingegangen, was mich daran zweifeln lies, das er als Ministerpr\u00e4sident in Frage kommt, wenn er nicht einmal Fragen zu seinen Positionen beantworten kann.  <strong>Mit seiner diese Fragerunden nicht ernst nehmenden, die Veranstaltung als reinen Medienzirkus abtuende Antwort stand f\u00fcr mich meine Unterst\u00fctzung fest.<\/strong> Das war meine erste Begegnung sowohl mit Andrea Ypsilanti als auch mit J\u00fcrgen Walter. <\/p>\n<h3>J\u00fcrgen Walter war vieles.<\/h3>\n<p>Walter war Hoffnungstr\u00e4ger einer ganzen innerparteilichen Str\u00f6mung. Walter war Fraktionsvorsitzender der hessischen SPD. Walter war Wunschkandidat vieler Spitzenfunktion\u00e4re. Walter war designierter Innenminister. Walter war Wahlkampfmanager.<\/p>\n<h3>Walter war Wahlkampfmanager? oder &#8222;Wahldeb\u00f6kel&#8220;<\/h3>\n<p>Wenn es nach Die Welt geht organisierte er gemeinsam mit Manfred Schaub, Vorsitzender der nordhessischen SPD, das Wahldeb\u00f6kel der hessischen SPD 2003. Wir erinnern uns: Hessens SPD erlebte im Februar 2003 ihre bis dahin schwerste Niederlage. Nachdem Gerhart B\u00f6kel ein paar Tage in einem Bus das Guidomobil der FDP immitierte &#8211; ohne Charisma von Westerwelle wohlgemerkt &#8211; und durch das Land reiste, kassierte unsere Partei eine schallende Ohrfeige von 29,1%. Verantwortlicher Wahlkampfmanager seinerzeit (lt. Die Welt): J\u00fcrgen Walter, damals erst 34 und seit 15 Jahren Parteimitglied, war ein unbeschriebenes Blatt und h\u00e4tte als Spitzenkandidat weder in der Partei, noch gegen Roland Koch eine Chance gehabt. F\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter war er etwa im selben Alter wie TSG alias Thorsten Sch\u00e4fer-G\u00fcmbel bei seiner Kandidatur. Ideales Alter, k\u00f6nnte man annehmen. Mehr hier hinein zu interpretieren, daraus gar eine geplante Niederlage abzuleiten, werde ich mir sparen.<\/p>\n<h3>Was wurde aus Walter?<\/h3>\n<p>Walter unterlag. Zun\u00e4chst unterlag er einer Frau beim Kampf um die Spitzenkandidatur. Dann unterlagt er dem <a href=\"http:\/\/udo.springfeld.eu\/blog\/2008\/07\/17\/grosse-koalition-im-kleinen\/\">Charme Roland Kochs Pressesprecherin<\/a>. Nachdem sich beide nach Monaten zu ihrer Beziehung bekannten, zog sie sich aus dem Amt zur\u00fcck, J\u00fcrgen Walter verblieb im Parlament. Zuletzt schritt er Seit an Seit mit drei seiner engeren Parteifreundinnen, namentlich Dagmar Metzger, Silke Tesch und Carmen Everts am Tag vor der Wahl seiner erbittersten Konkurrenten vor die Medien.<\/p>\n<h3>Was will Walter?<\/h3>\n<p>J\u00fcrgen Walter scheint erst zufrieden, wenn seine sich in einen als Feldzug zu bezeichnende politische Karriere gleichzeitig mit der aller anderen hessischen Genossen beendet wird. Anstatt das Verfahren wegen &raquo;parteisch\u00e4digenden Verhaltens&laquo; vor der Schiedskommission seines Unterbezirks abzuwarten, wandte er sich einmal mehr ausschlie\u00dflich an die Medien. Neben einem Interview, indem er den neuen Vorsitzenden offen angreift, liegen den wichtigsten Berichterstattern eine 25-seitiger Versuch der Verteidigung seines Verhaltens vor, aus dem voller Genuss zitiert wird  &#8211; Verfasser sein Rechtsbeistand Mathias Metzger, der nicht nur namentlich etwas mit dem Gr\u00fcnder des Seeheimer Kreises und der vierten Abweichlerin Dagmar Metzger zu tun hat. <strong>Walter strebt in eine Partei, f\u00fcr deren schlechtes Abschneiden sie ihn ma\u00dfgeblich verantwortlich macht.<\/strong><\/p>\n<h3>Mainstream-Medien, Leitmedien, Meinungsmacher<\/h3>\n<p>Wer verstehen will, warum Medien vielz\u00e4hlig J\u00fcrgen Walter glorifizieren, braucht sich nur vergegenw\u00e4rtigen an wen sie sich wenden.<\/p>\n<p>Anschaulich wird das wenn ein Produkt aus dem Axel Springer Verlag in seiner das Verfahren flankierenden Berichterstattung fragt, ob J\u00fcrgen Walter &raquo;sein Parteiordnungsverfahren vor das Verfassungsgericht&laquo; bringen solle. 84% antworteten hierauf selbstrichterlich mit &raquo;Ja, hier geht es ums Prinzip.&laquo; Alternativ steht \u00fcbrigens nur &raquo;Nein, Walter sollte die R\u00fcge einstecken.&laquo; zur Auswahl. Wer sich nach dem leidenschaftlichen Artikel mit Walter identifiziert und nun nach Gerechtigkeit d\u00fcrstet, dem wird dies keine Option darstellen. Nur am Rande sei auch erw\u00e4hnt, das es nat\u00fcrlich nicht \u00fcber eine R\u00fcge, sondern ein Ausschluss verhandelt wird. Details von nachrangiger Wichtigkeit f\u00fcr den Verfasser, scheint es.<\/p>\n<p>Umgekehrt verh\u00e4lt es sich nat\u00fcrlich auch, Andrea Ypsilanti wurde mit einer nie dagewesenen Hetze eben jener Bl\u00e4tter \u00fcberzogen, die nun Walter auf ihr Schild gehoben haben. W\u00fcrde mit dem freien Mandat demokratisch legitimierte Mehrheitsentscheidungen zu jedem Zeitpunkt angreifbar, w\u00e4re die Parteiendemokratie in Gefahr &#8211; zumindest die an der Sozialdemokraten in Regierung beteiligt sind oder sich beteiligen wollen: Jemand, dem etwas nicht in den Kram passt, findet sich immer.<\/p>\n<p>Ironischerweise leitet Der Spiegel seinen, dem Verfahren vorauseilenden Artikel mit der Behauptung ein &raquo;<strong>Sogenannte Parteifreunde<\/strong> haben an ihnen das gesamte politische Schm\u00e4hvokabular durchdekliniert, das sich in W\u00f6rterb\u00fcchern finden l\u00e4sst.&laquo; Weiterhin hinten folgt eine vor Selbstzufriedenheit strotzender Absatz &raquo;Ypsilantis Karriere hat sich l\u00e4ngst erledigt&laquo;<\/p>\n<p>Im Grunde sind die Protagonisten austauschbar, so wurde J\u00fcrgen Walter w\u00e4hrend seiner Kandidatur um die Kandidatur zum Spitzenkandidat von den selben Medien noch als &raquo;kleiner Koch&laquo; abqualifiziert, und auch Andrea Ypsilanti war einst gefeierter Liebling der Medienlandschaft. Doch das Blatt, oder besser die Bl\u00e4tter, wendeten sich.<\/p>\n<p>Vorgefasste Meinungen sind nicht Bestandteil seri\u00f6ser Berichterstattung &#8211; abgesehen vom als solchen ausdr\u00fccklich gekennzeichneten Kommentar. Hiermit entm\u00fcndigen all die sich hieran beteiligenden Presseerzeugnisse ihre Leser, und verkaufen sie f\u00fcr dumm.<\/p>\n<p>Hiermit w\u00fcrden Holzmedien auf lange Sicht f\u00fcr eine Zersplitterung der Parteienlandschaft sorgen, wie wir sie in der Geschichte bereits einmal erlebt haben. Daran herrscht aber in den Chefredaktionen kein Interesse, weshalb jene Unterst\u00fctzung erfahren, die in ihr <strong>Weltbild<\/strong> passen. Das nennt man Gesinnungsjournalismus.<\/p>\n<p><strong>Begegnet bin ich J\u00fcrgen Walter \u00fcbrigens noch ein zweites Mal pers\u00f6nlich. Damals sa\u00df er mir im Anschluss an einen Parteitag im konspirativen Kreise des Netzwerk Hessen gegen\u00fcber. Die Stimmung im Raum war gereizt, als einzigen Triumph konnte man an dem Tag feiern, das man mit der Reservierung dieses Hinterzimmers die ebenfalls dort angemeldeten, innerparteiliche Konkurrenz vergrault habe. Das fand ich sehr bezeichnent f\u00fcr die Gruppe um Walter, Geritt Richter und nat\u00fcrlich auch Carmen Everts &#8211; seinerzeit eine der Wortf\u00fchrerinnen im Hinterzimmer.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&raquo;J\u00fcrgen wer?&laquo; Vor drei Jahren stellten sich diese Frage auch noch viele hessischen Sozialdemokraten. In der Folge bereisten J\u00fcrgen Walter und seine Kontrahentin Andrea Ypsilanti Hessen. Hierbei warben Andrea, Walter und ihre jeweiligen Unterst\u00fctzer medial wirksam um Zustimmung f\u00fcr ihre Konzepte und nat\u00fcrlich die Spitzenkandidatur kontra Koch. Damals war ich unentschieden, und meine gerade einmal [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[205],"tags":[18,12,9,19,20],"class_list":["post-1063","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kommentare","tag-jurgen-walter","tag-medien","tag-politik","tag-spd","tag-zeitgeschehen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/udo.springfeld.eu\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1063","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/udo.springfeld.eu\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/udo.springfeld.eu\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/udo.springfeld.eu\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/udo.springfeld.eu\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1063"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/udo.springfeld.eu\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1063\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9145,"href":"https:\/\/udo.springfeld.eu\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1063\/revisions\/9145"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/udo.springfeld.eu\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1063"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/udo.springfeld.eu\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1063"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/udo.springfeld.eu\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1063"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}