Softwareentwicklung als Kognitives Training

Kognitives Training liegt im Trend. Softwareentwicklung kann eine Ausprägung sein. Doch das reine Erlernen einer bestimmten Programmiersprache oder Plattform sollte nur Ergänzung sein. Denn nur dann, wenn Ballast abgeworfen werden kann, etwa durch intelligente Hilfsmittel der Integrierten Entwicklungsumgebung, wie Autovervollständigung und intelligent verlinkte Onlinehilfe. Wenn ich mir nicht die ganze Litanei rein tun muss, sondern nur wissen, wo ich nachzuschlagen habe, bleibt genug Raum für das Wesentliche: Den Algorithmus, das Datenmodell, die Tests, usw. usf. Ganze Generationen gewissenhafter Softwareentwickler haben es als Leistung erachtet, das komplette 1*1 ihrer Werkzeugs abrufbereit zu haben, ohne dabei zu vergegenwärtigen, das bei allen neuen Tools, die einem beim Entwurf und Implementierung helfen, der geistige Vorschuss plötzlich in die höhere Komplexität der Projekte abgeleitet wurde. War es erst ein begrenzter Raum, nicht oder nur vernetzte Hardware, Software und Daten, die mit einer endlichen Menge Programmiersprachen, Frameworks und Datenbankdialekten abgehandelt werden konnten, wuchs der Anspruch seit dem Siegeszug des Internet exponentiell. Und selbst wer sich vor all zu viel Neuem abzuschirmen vermochte, wurde früher oder später schon unterjährig von Selbstzweifeln erfasst, die ihn sonst frühestens nach ein paar Jahren und der nächsten Sau, die durchs digitale Dorf getrieben wurde, beschäftigten. Nun überrollt einen jeden jeden Morgen der neue heiße Scheiß über den Feedreader, anstatt einmal im Monat im Fachmagazin, das seine naturgemäß eigene Latenz mitbrachte. Andererseits sind die vielen Werkzeuge natürlich auch Erleichterung. Dank Cloud ist die eigene Infrastruktur überflüssig. Dank Plattform-übergreifender Bibliotheken ist eine Fixierung auf eine so als würde man nicht anerkennen das es neben der Straße einen Rad- und Fussweg und so viel intelligentere Lösungen für die meisten innerstädtischen Wegebeziehungen geben. Aber so sind wir Menschen eben. Manche von uns mögen sich nicht von Bewährtem trennen, genießen Bequemlichkeit, sehen Lernen als Last. Ich habe nie einen Führerschein gemacht. Weil ich mobil bleiben wollte. Im Kopf eben mit Hilfe Kognitiven Trainings. Softwareentwicklung wie sie inzwischen endlich normal ist, ohne Bitschubserei und Datentypüberläufen, ohne Rückwärtskompatibilität aus den falschen Gründen, ohne eingehegte Plattformen, deren Lizenzinhaber das nur geworden sind um den Cashflow zu erweitern ist das Mittel dazu.

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