Bash auf Linux auf Windows, wie und warum?

Now You Can Run Linux GUI Apps On Windows 10 Using Bash https://t.co/HEV3Jt4bh2 pic.twitter.com/gQgr0TUlH2

— MSPoweruser (@mspoweruser) April 12, 2016

Microsoft bringt Bash auf Linux auf Windows, löst damit das Banner »Microsoft <3 Linux« von der letzten Build ein und vereint damit mal eben nebenbei die beiden sich argwöhnisch beäugenden Lager von Linux- und Windows-Administratoren, und was haben unsere hiesigen Spezialexperten dazu zu sagen: Unter einem Videotutorial, das die Installation wortreich aber informationsarm erklärt ergießt sich Microsoft-Bashing. So etwas ist genau die pseudoreligiöse Kackscheiße, die man mit dem Ansatz hinter sich lassen will, und dennoch wird sowohl im Video selbst als auch in den Kommentaren darunter völlig falsch daraus geschlossen. Mein Kommentar dazu:

Was ist das denn für eine Analyse, die die Eingabeaufforderung als veraltet, PowerShell als nicht akzeptiert und Bash on Linux on Windows als den neuen heißen Scheiß hinstellt? Es gibt 0,keinen Windows-Administrator, der deretwegen auf die ps verzichtet, viel mehr gibt es wesentlich mehr ehemalige Linux-Admins, die sich inzwischen mit der PowerShell angefreundet haben, aber nunmal nunmehr zwei Shell und Betriebssysteme nicht nur parallel verwenden, sondern auch beherrschen müssen, also nicht mal eben googeln oder im besten Fall man-pagen, sondern aus dem ff. Und denen ist jetzt immerhin der ständige context switch erspart. Die selbe Strategie fährt Microsoft gegenüber Entwicklern, indem es Apple und Android-Entwicklern peut a peut die Sprachen der Web-Plattform näher bringt. Xcode und Java werden in zwei, drei Jahren keine Rolle mehr spielen, ebenso wenig wie man eben eine Linux-Box unter dem Schreibtisch haben muss. Ist doch eigentlich ganz einfach.

Schade eigentlich, das begnadete Dichter und Denker nicht ebenso befähigte Developer und Designer wurden. Hier jedenfalls die englischsprachige Anleitung um Bash auf Linux auf Windows zu bringen. Happy bash’ing!

Installation

Die Installation von Bash on Linux on Windows vollzieht sich in zwei Schritten: Nachdem man unter Programme und Features in der Systemsteuerung Windows-Subsystem für Linux (Beta) aktiviert und den Computer neu gestartet hat, gibt man an der Kommandozeile bash ein und wird – für Windows-Verhältnisse 😉 – durch ein Textadventure geführt. Die jeweils erste und letzte Zeile sind die bemerkenswertesten:

C:\Users\udosj>bash
-- Betafunktion --
Durch diese Option wird das von Canonical zur Verfügung gestellte
Ubuntu unter Windows installiert und gemäß den folgenden Bestimmungen lizenziert:
https://aka.ms/uowterms

Geben Sie "J" ein, um den Vorgang fortzusetzen: j
Download aus dem Windows Store... 100%
Das Dateisystem wird extrahiert. Dies kann einige Minuten dauern...
Erstellen Sie ein standardmäßiges UNIX-Benutzerkonto. Der Benutzername muss nicht mit Ihrem Windows-Benutzernamen übereinstimmen.
Weitere Informationen erhalten Sie unter: https://aka.ms/wslusers
Neuen UNIX-Benutzernamen eingeben: udo
Geben Sie ein neues UNIX-Passwort ein:
Geben Sie das neue UNIX-Passwort erneut ein:
passwd: password updated successfully
Die Installation war erfolgreich.
Die Umgebung wird gleich gestartet...
Die Dokumentation ist verfügbar unter: https://aka.ms/wsldocs
udo@SURFACEPRO4:/mnt/c/Users/udosj$_

Ich habe das erste Mal das Gefühl, das der Sun-Slogan für Java, »write once, run everywhere« Wirklichkeit geworden ist, und das lange nach der Akquisition durch Oracle und erfüllt durch Microsoft und Linux, und wesentlich universeller und kraftvoller als damals angedacht, i mean: Ich überarbeite das Startup-Skript, dass die Java-Application GanttProject ausführt, mit vi in einem Bash unter Windows, um Java nicht System-weit, sondern als lokale Laufzeitumgebung mit jeweils einem zu individualsierenden Startup-Skript zu installieren. Fuck yeah!

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