„Arm aber Autor“

In mitten der Debatte über die Auswirkung des inzwischen verabschiedeten Leistungsschutzrecht und dem verzerrten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung twitter Julia Seeliger „Arm aber Autor“, bloggt dazu und gibt zur prekären Situation freier Journalisten ein Interview auf wuv.de, dem Organ (an der Schnittstelle) der Verlags- und Werbeindustrie. Eine Überlieferung daraus, für die man nach Inkrafttreten des Leistungsschutzrecht als Blogger auch horrende Summen abdrücken darf:

Ein Kollege sagte mir mal, dass die Zeitungen seit Jahren die Honorare drücken, mit der Begründung, im Internet gäbe es zu wenige Einnahmen.

Ich behaupte, und würde jede Wette eingehen: An der Situation wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Im Gegenteil: Verlage werden jetzt hohe Erlöskosten ins Feld führen, die ihre Justiziare im B2B1-Bereich versenken müssen um an ein paar Kröten zu kommen, bis die Leute von/auf Google, Facebook, Twitter und Blogger die Kröte schlucken, entnervt aufgeben aus der Presse zu zitieren und also Links zu setzen.

Google News, Facebook und Twitter werden mit Inkrafttreten dieses oder einer der folgenden Leistungsschutzrechte für die Presseverlage aufgrund der unsicheren Rechtssituation zu verhindern wissen das von ihnen auf BILT & Co. verlinkt wird. Da die meisten Websites der Verlage einen Gutteil ihrer Besuche aus Aggregationen erhalten, werden die Besucherzahlen einbrechn. Wo die Besucherzahlen einbrechen, werden die Verkaufszahlen einbrechen. Financial Times Deutschland und Frankfurter Rundschau werden in der ersten Phase Wochenmagazine wie der Focus und überflüssige Manteltitel aus der Tagespresse folgen. In den Flugzeugen und im Zug wird eine noch breitere Auswahl kostenloser Bordexemplare die Runde machen, bis sogar Schwarzfahrer eines abbekommen. Und kurz bevor auch in der Redaktion von BILT jemand den Schalter umlegt, weil niemand mehr Zeitungen liest geschweige den kauft, also dann wenn nur noch Layouter nötig sind, auf Anzeigen und als redaktioneller Inhalt getarnte Schlagzeilen zu arrangieren, wird man sich fragen ob es noch nötig ist, die Tradition dieser Institution der freien Presse noch im Entwurf für eine gesamteuropäische Verfassung auf Basis der der verbliebenen Mitgliedsländer und unseres Grundgesetz festzuschreiben. Ich finde: Die Qualität der Medien ist schon heute auf dem Niveau angelangt, die einen besonderen Schutz nicht mehr rechtfertigen. Und das liegt zuvorderst daran das in den Verlagen Vorstände und Verleger, nicht aber die Redaktionen das Wort führen – gleich in zweierlei Hinsicht.

  1. Business 2 Blogger []

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