Darmstädter Echo

Drüben beim Darmstädter Echo schreibt Chefredakteur Jörg Riebartsch etwas irreführend über die Ergebnisse einer Studie zu Google AdWords Werbeflächen, die bei Presseerzeugnissen online wohl sehr selten zu finden seien. Mit einer kleinen Analogie versuchte ich darauf einzugehen:

Verlage vermarkten ihre Flächen ja lieber selbst und lokal, als über AdWords. Das hat vermutlich damit zu tun, das der Anzeigenvertrieb ja noch was zu tun haben sollte, selbst wenn die Kunden für Printanzeigen wie zuletzt immer weiter einbrechen. Da ist es nicht verwunderlich, das die journalistischen Angebote nur einen Bruchteil ausmachen.

Daraus sollte man aber nicht den irreführenden Schluss zu ziehen versuchen, Google habe eine Markt-beherrschenden Stellung eingenommen. Für die Vermittlung journalistischer Produkte online mag das zwar stimmen, doch sind die anderen 99% eben zum Großteil ganz anderer Natur: Unterhaltung, Dienstleistungen, etc. pp.

Wer mal auf Google News war, dem wird aufgefallen sein, das gerade diese Vermittlung journalistischen Inhalte im Gegensatz zu anderen Produkten von Google frei von Werbung ist. Im Umfeld der für das Leistungsschutzrecht in Frage kommenden „Shippets“ werden gar keine Werbeeinnahmen generiert. Und bei nur einem Bruchteil der so verknüpften Angebote kommt AdWords zum Einsatz, mit dem die Verlage selbst ja bereits Umsätze erzielen.

Wovon Verlage eine Gewinnbeteiligung fordern müsste sie eigentlich Geld kosten: Algorithmen und Infrastruktur hat Google bislang viel Geld gekostet, von dem sie im Gegensatz zu den Verlagen bisher keinen Cent zurück bekommen haben. Die Lex Google ist nichts weiter vergleichbar dem Versuch, den Betreibern eines Zeitungskiosk für die Auslagefläche Geld abzuknöpfen. Jeder bei klarem Menschenverstand muss dem Vorhaben eine Absage erteilen. Daran lassen es Kabinett und Koalition aber seit einigen Jahren zweifeln.

Empfinde den Kohlecent für Nichts als den dreisten Versuch verknöcherter Verlage, auf Kosten erfolgreicher neuer Geschäftsmodelle das eigene in das neue Jahrtausend zu retten. Dabei gäbe es für all die lokalen Tageszeitungen mehr als genug Optionen.

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