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↑ Ordnung muss sein

DNS-ok.de

Gestern habe ich meiner Empörung über DNS-ok.de freien Lauf gelassen, habe meinen Unmut über DNS-ok.de artikuliert, habe an DNS-ok.de einen Brandbrief adressiert und widmete DNS-ok.de eine ganze halbe Stunde meines Lebens.. Heute würde ich ganz anders an die Sache herangehen: Generell ist DNS-ok.de ja immerhin ein hilfloser Versuch, demgegenüber Nichtstun nicht einmal Erfahrung in der Sache mit sich bringen würde.

Vielleicht ist es gar nicht so schlecht, das deutsche Qualitätsjournalismus “German Angst” vor dem Disconnect sähen, wenn das der einzige Weckruf ist dem so mancher Internetnutzer zu folgen gewillt ist: Kein Internet ist schließlich auch keine Lösung. Dies Mal könnte die Zusammenarbeit mit den in diesen Kreisen weniger bekannten Spezialisten vom BSI – zur “Sicherheit” vom deutlich bekannteren BKA in Szene gesetzt, technisch unterstützt von der Deutschen Telekom AG tatsächlich einen Fortschritt für die digitale Gesellschaft bedeuten.

Wenn DNS-OK.DE funktioniert, dann in mehreren Phasen: Zunächst wird Panikmache betrieben, und zwar online als auch offline. Bei den Öffentlich-Rechtlichen und im privaten Fernsehen und Rundfunk werben “Experte für Computersicherheit” vielleicht auf gerade dem Kanal, dem “ITisten”1 vertrauen. Da wird gesendet, da wird nicht erwartet das man selbst sendet. Dem vertraut man auch im Fall eines Fallout und erwartet nützliche Tipps bei radioaktivem Niederschlag, wie der damals aus Tschernobyl.

Damit die Panikmache seriös rüber kommt, wird der Panik eine homöopathische Dosis Statistik mitgeliefert: Auf etwa 30.000 Computer hierzulande hätten es die bösen “Cyberkriminellen” geschafft. Das in Deutschland Tag für Tag viele Millionen Endgeräte in Betrieb und tadellos mit dem Internet verbunden sind, stört weder den Sendenden noch die an den Empfangsgeräten mit ihren 30.000 Internetzugangsgeräten.

Wer entsprechend verunsichert ist, weil der mühsam eingerichtete Internetzugang am Stichtag nur noch eine tote Leitung darstellen könnte, scheut auch den zeitaufreibenden Beusch bei DNS-OK.DE nicht. Das Versprechen dort: Man könne prüfen, ob man zum Kreis der Geschädigten gehöre. Was zunächst klingt wie ein blöder Scherz, oder etwa eine Kampagne per blinkenden Bannern beworbener “Sicherheitstests” sein könnte, ist seitens BSI, BKA und des rosa Riesen aber ganz ernst gemeint.

Damit auch niemand verloren geht, scheint die verwendete Technik so trivial das selbst Otto Normalverbraucher mit 3 Promille noch versteht ob es Zeit zu Handeln ist. Auf der Website DNS-OK.DE könne man überprüfen, ob man betroffen ist. Entwarnung gibt sinnigerweise ein großer grüner Balken, Rot steht für das baldige Ende des Endanschlusses. Wem dann in riesigen Lettern auf rotem Grund entgegen strahlt »ACHTUNG: Ihre DNS Konfiguration ist manipuliert«, ja der bekommt mehr oder weniger wertvolle Tipps an die Hand – spätestens jedoch zum “Stichtag 08.03.2012″, an dem das Internet abgeschaltet würde, sollte er die umgesetzt haben. Wer sich besagte Warnung ansehen will, kann anstatt der Domain DNS-OK.DE einfach die IP 85.214.11.194 eingeben und gelangt zur entsprechenden Warnung. Obacht allerdings: Damit zählen sie schon zu den 30.000 Glücklichen, die Tag für Tag mehr werden dürfte, weil nicht nur hier sondern auch in den Google Suchergebnissen diese Domain von dem technisch versierten Fachkräften der Deutschen Telekom AG propagiert wird: Das ist noch echte deutsche “Wertarbeit”.

  1. Kunstort für IT Autisten []