Vollbeschäftigung schafft Arbeitslosigkeit

Gestern twitterte ich die steile These zur Vollbeschäftigung: »Wenn alle Jobs hätten, hätten eine Million Fallmanager keinen mehr.« Und das habe ich ganz ernst gemeint. Das Problem mit Vollbeschäftigung ist doch, das man keinen Apparat benötigt, dem 6,7 Millionen Deutsche dienen müssen, indem sie ihre Hosen runter lassen – im Sinn von Privat- und nicht Intimsphäre. Wenn alle Jobs hätten, hätten eine Million Fallmanager keinen mehr.

Damit meine ich nicht, das der Zustand nicht anzustreben wäre, aber ich habe nicht den Eindruck, das die etwa zehn Millionen Arbeit suchenden, die Helmut Kohl generiert hat, und die zunächst Gerhard Schröder halbieren wollte und nun Angela Merkel verwaltet, „abgetragen“ werden sollen. Denn im Detail gibt es in den letzten zehn, fünfzehn Jahren doch keine wegweisende Entwicklung, wie mit dem volkswirtschaftlichen Irrsinn umzugehen ist, das uns Fachkräfte fehlen, Millionen unter Druck arbeiten, Schwellenländer trotz Lohnnebenkosten hierzulande lukrative Geschäftsmodelle ab- und zu sich nach Hause tragen und trotzdem viele, viele Menschen ohne täglichen Broterwerb leben.

Insofern fragt man sich auch, ob nicht das System aus miteinander in Konkurrenz stehenden Agenturen und Fallmanagern nicht mit dem der Zeit- und Leiharbeit verschmelzen sollte. Insofern Privatisierung das Allheilmittel sei – als das es sich nie bewiesen hat, und „Das Böse schlechthin“ Verstaatlichung zumindest in einem Gebiet zur Anwendungen kommen könnte, in dem sie die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands insgesamt sichern helfen würde, dann hätte ich folgenden Vorschlag zur Sache: Verstaatlicht alle (Zeit-)Arbeitsagenturen, verbietet Leiharbeit, vermittelt 50 Prozent der Fallmanager in Berufe, zu denen sie besser geeignet sind (Boulevardjournalisten, Dominas, Hilfspolizisten, …), gebt der besseren Hälfte vernünftigen Lohn und Arbeitsbedingungen – in etwa die der Kollegen in der „freien“ Zeitarbeitswirtschaft, gebt nicht Millionen für Controlling, IT und Verwaltung aus, sondern fördert damit Hilfe zur Selbsthilfe, unterstützt Unternehmer beim Einbinden nur bedingt Qualifizierter, in deren Weiterbildung. Und verdammt nochmal, liebe Mitglieder der Bundesregierung wie der Opposition: Wenn ihr nicht langsam euren Job macht, damit alle Jobs bekommen, habt ihr euren Job verfehlt. Dann solltet ihr mal über einen Jobwechsel nachdenken*. (Vorschläge entnehmt bitte der Liste alternativer Berufe für Fallmanager.)

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