Januar 16th, 2010 (756 Tage her) 4 
1945 lag Deutschland am Boden, in den folgenden Jahrzehnten nahm man Hilfe dankbar an. Die Dankbarkeit könnte man zeigen, indem man anderen Staaten über ähnliche Phasen hinweg zu helfen, insbesondere im nicht selbst verschuldeten Katastrophenfall, durch logistische Hilfe und mittels finanzieller Unterstützung. Letztere fällt für Haiti eher mager aus, eines der ärmsten Länder der Welt, von einem schweren Erdbeben getroffen, beklagt dieser Tage über 100.000 Tote. Möchte man so zynisch sein, Hilfsleistungen und Menschenleben gegeneinander aufrechnen, kommt man auf fiese Zahlen.
Deutschland stellt pro Bundesbürger 9 Cent für Hilfe für Haiti zur Verfügung, das entspricht einer Kompensation in Höhe von 53 Euro pro haitianischem Menschenleben.
Derweil verlautbaren hiesige Medien, man vermisse etwa 30 Deutsche und konnte bereits ein deutsches Opfer identifizieren. Vermutlich wurde das bereits ausgeflogen, jetzt da das schlimmste Nadelöhr für die Hilfslieferung der Flughafen ist, ist dafür ja Zeit.
Die erschütterte deutsche Touristin, die am Flughafen von den Medien in Empfang genommen wurde und unter Tränen zu Protokoll gab, an ihrer vom Epizentrum 200 Kilometer Aufenthaltsort entfernten hätten die Gläser gebebt, spricht Bände. Wo die Prioritäten von Merkels neuer Außenpolitik und Entwicklungshilfe liegen: Hinter ihrem Horizont, weit hinter ihrem Horizont, und fernab christlicher Nächstenliebe, der sich die Union noch vor ein paar Stunden selbst verpflichtet hat.
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Wenn ich den Namen Niebel schon höre, bekomm ich Wutanfälle.
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Niebel ist sicher mit die deplatzierteste Personalie Merkels, da wirkt ein im Englischen nicht sattelfester Außenminister beinah schon wieder hinnehmbar.
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Ich denke man muss zwingend zwischen Nothilfe und Entwicklungshilfe trennen. Entwicklungshilfe bekommt Haiti schon seit Urzeiten – leider kommt das Geld wie fast immer bei den falschen Menschen an. Nach 30 Jahren Entwicklungshilfe in allen Teilen der Welt sollte eigentlich jedem aufgehen, dass diese Art der Förderung eher den Status Quo hält und keinerlei Verbesserung bringt.
Nothilfe ist das, was derzeit gebraucht wird und so fies wie auch 59€ pro Bürger klingen – letztendlich ist keinem geholfen wenn das Ausland Haiti aufbaut anstatt dass deren eigene Wirtschaft aus der Katastrophe wächst.
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Absolut. Gleichwohl ist Haiti aber keineswegs der Deutschen Liebling (bilaterale Zuwendungen im Vergleich), noch wird es das unter Niebel. Und auch in Hinblick auf Notleistungen sind uns vermeintliche Entwicklungsländer, die das nur aufgrund ihrer politischen Gesinnung sind, um einiges voraus.